Eine historische Veränderung bei McDonalds steht bevor

Am kommenden Freitag gibt es die neuen Quartalszahlen bei McDonalds.

Dabei wird es wohl eine weitere Fortsetzung der Erfolgsgeschichte geben.

Doch im Sommer steht bei der weltweit führenden Fastfood-Kette eine wirkliche Veränderung an: Erfolgsmanager Jim Skinner, der Garant für den vergangenen Siegeszug der Burgerkette, geht in Ruhestand. Ist dies das Ende der jüngsten Erfolgsgeschichte?

Die Karriere des Turnaround-Architekten Skinner liest sich wie der klassische amerikanische Traum. Denn vor rund 41 Jahren begann der Vorstandsvorsitzende Skinner seine Laufbahn als unbedeutender Trainee zum Restaurant Manager in einer kleinen McDonalds-Filiale in Carpentersville (US-Bundesstaat Illinois).

Skinners Geheimnis für die Erfolgsgeschichte von McDonalds sind in den so genannten „Same Store“-Sales zu finden (also den Verkäufen in Filialen, die länger als ein Jahr geöffnet sind).

Jeder kann seine Umsätze kurzfristig durch die Eröffnung neuer Geschäfte steigern. Denn neue Filialen ziehen am Anfang immer überdurchschnittlich viel Kunden an.

Doch dieses Wachstum ist nicht nachhaltig. Nur wer es schafft, die Erträge der alten Restaurants zu steigern, wird kontinuierlich wachsen. Niemand war darin besser als Skinner. So stiegen die Umsätze der Fastfood Kette zwischen 2004 bis 2011 um knapp 26 Prozent auf 27,0 Milliarden USD steigern.

Die Zahl der Filialen stieg im gleichen Zeitraum jedoch nur um rund sechs Prozent – von 31.561 Restaurants in 2004 auf 33.510 Restaurants in 2011. Im vergangenen Jahr verbuchte McDonalds die höchsten „Same Store“-Umsätze seit 2006. Inzwischen steigen die Umsätze der Restaurants in den USA seit über 100 Monaten in Folge an.

Kann der neue CEO die alten Erfolge fortsetzen?

Auf der Produktseite liegt der Erfolg von Skinners Strategie namens „Plan to Win“ in einem massiven Aus- und Umbau des Frühstückangebotes und der speziellen „1 USD“-Angebote, die in den schweren wirtschaftlichen Zeiten genau den Nerv der Zeit trafen. Zudem konnte man durch McCafe Kunden von Starbucks zu McDonalds ziehen.

Die Messlatte liegt für Skinners Nachfolger, Don Thompson, also sehr hoch. Thompson ist jedoch kein externer Frischling. Thompson ist seit 2010 der COO (Chief Operating Officer) bei der größten Burger Kette der Welt. Damit kennt er sich im operativen Geschäft natürlich glänzend aus.

Zudem kann Thompson wie Skinner eine lange Karriere bei McDonalds vorweisen. Der kommende CEO ist seit 22 Jahren bei dem Fastfood Unternehmen.

Thompson wird nach seiner Amtsübernahme aber sogar noch weiter ins Rampenlicht rücken als sein Vorgänger. Denn der farbige Thompson wird dann der mächtigste schwarze CEO in den USA sein.

Analysten sind der Meinung, dass Thompson durchaus die Fähigkeiten besitzt, ein erfolgreicher Nachfolger von Skinner zu werden. Doch die amerikanische Wirtschaftsgeschichte ist auch voll warnenden Beispielen.

So haben Unternehmen wie General Electric oder Microsoft nicht an vergangene Erfolge anknüpfen können, als deren Superstars Jack Welch und Bill Gates von Bord gingen. Investierte Anleger sollten die Aktie halten.

Aber vor Neukäufen sollte man abwarten, wie sich der neue CEO Thompson in den ersten Quartalen nach der Amtsübernahme schlägt und auch wie die aktuellen Quartalsergebnisse ausfallen.

16. April 2012

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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