PSA: Einer der besten Autobauer Europas

Premium zahlt sich nicht immer aus, siehe PSA: Mit Mittelklasse-Autos ist man gut gefahren und will nach der Opel-Übernahme weiter Gas geben. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Als Konsument ist man hin und wieder irrational unterwegs. Bestimmte Marken üben eine große Faszination auf uns aus, andere klingen nicht so gut in unseren Ohren.

Doch wenn der Konsument zum Investor wird, müssen manche irrationalen Überzeugungen schnell über Bord geworfen werden; beispielsweise wenn es um Automarken geht.

Während französische Fabrikate bei deutschen Kunden oft noch einen etwas schwereren Stand haben, sollten Investoren gerade nach Frankreich schauen.

Was PSA in den vergangenen Jahren geleistet hat, ist aller Ehren wert, doch lesen Sie selbst!

PSA mit guten Geschäfte in Afrika und Nahost

Peugeot Citroën (PSA) ist nach Volkswagen der zweitgrößte Automobil-Hersteller Europas, weltweit rangiert PSA auf Rang 6.

Neben den Automarken Peugeot, Citroën und der Modellreihe DS produziert der Konzern Motorroller und ist in den Geschäftsbereichen Fahrzeug-Ausstattungen (Faurecia) und Finanz-Dienstleistungen aktiv.

Die Logistik-Tochter Gefco wurde verkauft.

Peugeot hatte einen soliden Jahresstart: Im 1. Quartal stiegen der Umsatz um 4,9% und der Absatz um 4,2% auf 729.424 Fahrzeuge.

Profitiert hat der Konzern von Preis-Erhöhungen und einem guten Geschäft mit Autoteilen der Tochter Faurecia.

Verantwortlich für das Absatz-Wachstum war nur die Marke Peugeot, deren Fahrzeuge dank der hohen Nachfrage nach neuen Modellen einen Absatz-Anstieg von 18,1% auf 476.100 Einheiten erzielten.

Die Marken Citroën und DS meldeten dagegen 2-stellige Rückgänge.

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Die regionale Entwicklung war ebenfalls sehr unterschiedlich:

Während sich der Absatz in Afrika und Nahost auf 133.000 Autos verdreifachte, stagnierte das Europa-Geschäft bei 465.000 Autos.

Starke Einbrüche gab es nur in Asien. Zur Gewinn-Entwicklung wird sich der Konzern erst im Halbjahresbericht äußern.

Opel soll auf Spur gebracht werden

Peugeot übernimmt mit Opel/Vauxhall das Europa-Geschäft von General Motors.

Damit steigern die Franzosen ihren Absatz auf rund 4,3 Mio. Fahrzeuge und vergrößern ihren europäischen Marktanteil auf etwa 17%.

Spätestens Ende des Jahres soll der Deal vollzogen sein. Dann geht es darum Opel möglichst schnell zu integrieren und auf Profitabilität zu trimmen.

2020 soll die operative Marge 2% erreichen, bis 2026 ist dann eine Steigerung auf das aktuelle Peugeot-Niveau von 6% geplant.

Tiefgreifende Restrukturierungen stehen an

Um die Ziele zu erreichen, sind tiefgreifende Restrukturierungen notwendig, die auch mit Stellen-Abbau und Werksschließungen verbunden sein werden.

Verluste kann sich Peugeot nicht leisten, denn der Konzern braucht Geld, um die Internationalisierung zu forcieren.

Wir blicken dennoch optimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen ist niedrig bewertet und mit Opel gut aufgestellt!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.