Einhell: Starkes Wachstum und hohe Profitabilität dank neuer Strategie

Der Gartengeräte-Spezialist Einhell hat mit seiner neuen Strategie viel Erfolg. Das zeigen sowohl die Zahlen als auch der Aktienkurs. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Kennen Sie das Unternehmen Einhell? Der Gartengeräte-Spezialist Einhell war früher extrem breit aufgestellt und hatte ein riesiges Sortiment rund um das Thema Garten. Doch dann hat sich das Einhell-Management zusammen mit der Gründerfamilie Thannhuber dazu entschieden, das Sortiment radikal zu verkleinern und sich auf Innovationen zu konzentrieren.

Genau der richtige Weg – wie die Entwicklung des Aktienkurses in den vergangenen Monaten zeigt. Das derzeit wichtigste Produkt von Einhell ist das sogenannte Power-X-Change-System. Mit einem Batteriesystem lassen sich 40 elektronische Gartengeräte betreiben. Das Ziel liegt sogar bei 80 Geräten.

Der Vorteil dieser Plattform-Strategie für Einhell: Wenn der Kunde das Basisgerät gekauft hat, werden sehr wahrscheinlich noch weitere Geräte gekauft, die zum System passen. Es gibt aber auch einen entscheidenden Vorteil für die Kunden: Diese benötigen nur einen Akku für alle Geräte. Das spart Geld, Platz und ist obendrein noch umweltfreundlicher. Wie erfolgreich Einhell mit dieser neuen Strategie unterwegs ist, zeigen die gestern veröffentlichten vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahres 2017.

Die Zahlen überzeugen in allen Bereichen

Einhell erzielte gemäß vorläufiger Zahlen im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz in Höhe von 553,4 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert von 487,2 Mio. Euro bedeutet das eine Steigerung um 13,6%.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (operativer Gewinn) erreichte 2017 einen Wert von 35,7 Mio. Euro (nach 17,0 Mio. Euro im Vorjahr). Das bedeutet ein sattes Plus von 110%. Die Vorsteuer-Rendite beträgt starke 6,5% (nach 3,5% im Vorjahr).

Das bereinigte Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (bereinigter operativer Gewinn) stieg im vergangenen Jahr von 18,8 auf 37,5 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 99,5% entspricht. Der Nettogewinn stieg um 128% von 9,3 auf 21,2 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie stieg um 124% von 2,50 Euro auf 5,60 Euro

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 22. Juni 2018 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 1,20 Euro je Vorzugsaktie auszuschütten, teilte das Unternehmen gestern im Rahmen der Zahlenvorlage mit. Das bedeutet auf Basis des aktuellen Kurses eine Dividendenrendite von rund 1,3%.

Ebenfalls erfreulich ist, dass das Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von ca. 51% nach wie vor über eine sehr solide Bilanzstruktur verfügt. Zu Ihrer Einordnung: Werte ab 30% gelten gemeinhin als solide.

Auch die Perspektiven passen

Im laufenden Jahr peilt das Unternehmen eine Steigerung der Umsätze auf ca. 600 Mio. Euro bei einer Rendite vor Steuern von ca. 6,5 bis 7% an. Wenn diese Werte tatsächlich erreicht werden, sollte weiteren Kurssteigerungen der Einhell-Aktie nichts im Wege stehen.

Allerdings sollten Sie nicht davon ausgehen, dass sich die Einhell-Aktie in den kommenden 12 Monaten noch einmal so erfolgreich entwickelt wie in den vergangenen 12 Monaten, als die Aktie um knapp 130% zulegen konnte.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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