Einkaufen wie Gott in Frankreich

Viele saftige Früchte, Leckereien aus dem Meer auf Eis und das alles auf vielen hundert Quadratmetern Verkaufsfläche. Supermärkte der Carrefour-Gruppe sind vor allem Frankreich-Urlaubern ein Begriff und erinnern an schöne Stunden in Provence oder Côte d’Azur.

Doch hinter Carrefour steht nicht nur eine Supermarkt-Kette sondern ein ganzer Handelskonzern. Carrefour ist einer der weltgrößten Einzelhandelskonzerne und der größte Hypermarkt-Betreiber in Frankreich.

Die Gruppe betreibt in mehr als 34 Ländern mehr als 1.452 Hypermärkte (Großmärkte) und rund 11.845 weitere Super- und Discountmärkte. Carrefour hat eine 20%-Beteiligung an Metro France.

Umsätze ziehen wieder an

Carrefour hat im 1. Quartal von einem starken Geschäft in Lateinamerika profitiert. Damit konnten die Schwäche in Asien und die Auswirkungen der niedrigen Benzinpreise auf die Umsätze in Frankreich ausgeglichen werden. Der Umsatz kletterte um 6,2% auf 21 Mrd €.

Bereinigt um Währungseffekte sowie um Benzinverkäufe an eigenen Tankstellen stieg der Umsatz noch um 3,2%. In Lateinamerika stieg der Umsatz um 19%, während es in Asien um 11% bergab ging.

Sorgen bereitet Carrefour dagegen weiter das China-Geschäft. Hier schrumpfte der Umsatz wegen der Konjunkturschwäche um 14%. Drei Jahre nach Amtsübernahme von Georges Plassat als CEO hat Carrefour erhebliche Fortschritte gemacht.

Als er den Posten 2012 übernahm, sah sich Carrefour lahmenden Umsätzen sowohl in Frankreich als auch im Rest der Welt ausgesetzt, nachdem der Konzern zu schnell global expandiert hatte. Plassat rückte das Europa-Geschäft wieder in den Mittelpunkt und stieg aus einer Reihe von Märkten aus.

In Frankreich, wo Carrefour rund 47% seiner Umsätze erzielt, scheint die Strategie der niedrigeren Preise Früchte zu tragen, um Kunden zurückzugewinnen. Der Umsatz stieg dort um 3,6% auf 9,56 Mrd € im neunten Quartal in Folge.

Solide aber kein Überflieger

Carrefour hat damit zu kämpfen, dass die Kunden den Online-Handel und kleinere Geschäfte den riesigen Supermärkten vorziehen. 2014 hat sich der Konzern wieder gefangen und seine Rentabilität gesteigert. Für 2015 erwartet Carrefour ein operatives Ergebnis von 2,53 bis 2,55 Mrd €.

Da keine Kurstreiber in Sicht sind, erwarten wir eine marktkonforme Kursentwicklung. Vor allem das Lateinamerikageschäft ist aussichtsreich. Weniger gut läuft es dagegen in China.

Mit einer Dividendenrendite von 2,2 Prozent ist die Aktie auch aus diesen Gesichtspunkten nicht uninteressant. Der Überflieger, den man unbedingt im Depot haben muss, ist Carrefour allerdings nicht.

22. Juli 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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