Einlagefazilität: Krisenfaktor – verpassen Sie den Ausstieg nicht

Die Einlagefazilität ist inzwischen auf einen unglaublichen Rekord gestiegen.

Beachten Sie dazu diesen ungeheuren neuen Rekord:

820,1 Mrd. Euro lagern inzwischen als Tagesgeld bei der EZB – darum geht es.

Die Banken haben das frisch ausgeliehene Geld (aus den Drei-Jahres-“Tendern“ der EZB) wieder bei der EZB angelegt. Dies ist dann die Einlagefazilität – und ein Alarmzeichen allerersten Grades. Denn:

Dieser Wert spiegelt wider, dass die Banken nichts und niemandem trauen. Das bedeutet, die Kredite der EZB kurbeln die Wirtschaft nicht an, sondern werden für wenige Zins-Cents genutzt.

EZB verliert die Kontrolle

Das Geld liegt ausschließlich über Nacht bei der Europäischen Zentralbank, je für 0,25% „jährlich“. Vor fast einem Jahr lag dieser Wert schlicht bei 0, vor drei Monaten bei 500 Milliarden Euro.

Damit hat die EZB die Kontrolle jetzt vollkommen verloren. Denn:

Sie möchte, dass dieses Geld per Kredit in die Wirtschaft fließt. Genau das passiert nicht.

  • Die Banken bunkern es und fangen an zu zocken. „Zocken“ heißt nur, dass sie auf bessere Anlagemöglichkeiten als auf Kredite an Private oder Unternehmen setzen.
  • Der gebunkerte Wert ist aber jetzt schon doppelt so hoch wie jemals zuvor.
  • Tagesgeldkonten sehen Sie das neue Geld-Glück nicht an. Die Zinsen sind so niedrig wie selten. Momentan erhalten Sie knapp 2,75% bei den besten Anbietern.
  • Spannend wird es, wenn dieses Geld an die Finanzmärkte fließt. Dann sollte es – auch unserer – der grauen Theorie nach in Sachwerte fließen. Dies sind beispielsweise Aktien. Auch Edelmetalle und Immobilien werden von der Geldflut weiter profitieren.

Die negative Seite kennen Sie aus unseren diversen Beiträgen zur Inflation. Denn die Geldflut wird automatisch die Preise erhöhen, sofern Unternehmen diese durch Kredite auch durchsetzen können.

Ein Beispiel: Sie werden vergleichsweise sicher damit rechnen können, dass etwa Autobanken künftig wieder mit einfachsten aufgeschobenen Krediten Autos verkaufen werden.

GeVestor meint: Die Einlagefaszilität ist auf extremsten Rekordhöhen. Dies ist die berühmt gewordene Ketchup-Flasche. Zunächst hängt dieses Geld vor dem Flaschenhals fest. Eines Tages – wann, lässt sich nicht berechnen, wird das Geld die Märkte fluten.

Wer sich dagegen schützen möchte, still und heimlich auf diese Weise teilenteignet zu werden, rettet das Geld jetzt weiter in Sachwerte. Kaufen Sie Gold – in physischer Form. Und investieren Sie in Aktien – der Ratschlag bleibt bestehen. Wir empfehlen Werte aus Deutschland:

Geeignet sind die Aktien aus dem Dax. Münchener Rück, RWE oder Volkswagen bleiben unsere Favoriten. Orientieren Sie sich dabei an den aktuell erwarteten Gewinnen, ist der Automobilkonzern die beste Wahl. Nachhaltiger bleibt der Versicherer, der mit niedrigem KGV und hoher Dividendenrendite glänzt.

6. März 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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