Einmalige Konstellation beim Gold und warum der Silberpreis explodieren kann!

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Gold ist Geld. Aber was ist eigentlich mit Silber. Und wieso hortet JPMorgan davon mehrere Tausend Tonnen? Ein Blick in Zukunft gibt mögliche Antworten. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Hier braut sich etwas Einzigartiges zusammen! Eine Großbank hortet Rekordbestände an Silber. Unabhängig davon, ob Sie persönlich an steigenden Gold- und Silberpreise Interesse haben – diesen Chart müssen Sie gesehen haben! Konkret geht es um das Preisverhältnis von Silber und Gold. Auch dafür gibt es Statistiken. Es wird hierbei gefragt: Wie viele Unzen Silber bekomme ich für einen Unze Gold?

Gold-Silber-Ratio auf Extremwert

Auf Sicht der vergangenen 60 Jahre war dieses Verhältnis im Durchschnitt bei 1:58. Also eine Unze Gold hatte den Wert von 58 Unzen Silber. Logischerweise schwankt dieses Verhältnis im Laufe der Zeit immer wieder.

Extremwerte hatten wir zuletzt auf der Unterseite Anfang 2011. Damals erreichte Silber Höchststände und es gab für eine Unze Gold nur noch etwas mehr als 30 Silberunzen. Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Aktuell befinden wir uns auf einem Extremwert in der anderen Richtung. Über 85 Unzen Silber müssen Sie aktuell auf den Tresen legen, damit Sie im Gegenzug eine Unze Gold erhalten. Schauen Sie sich den Chart genau an!

Das letzte Hoch hatten wir Anfang 2016 und davor 2008. Sie erinnern sich – 2008 gab es einen deutlich Abschwung bei den Aktien. Gold und Silber schossen beide in den Himmel – Silber wesentlich schneller.

Wenn wir das aktuelle Bild weiterspinnen, wie sich die Aktienmärkte weltweit abkühlen, könnte sich die Geschichte wiederholen. Die Märkte brechen 2019/2020 ein – Gold und Silber starten eine erneute Rallye. Es würde zum Gesamtbild passen, aber es muss natürlich nicht so kommen.

Dass wir an einem Extrempunkt im obigen Gold/Silber-Chart angekommen sind, sollte allerdings früher oder später eine Auswirkung auf die Preise haben.

Silber hat damit immenses Aufholpotential. Das zeigen auch die Charts der jeweiligen Edelmetalle.

Gold im Chartcheck

Der Goldpreis hat das Tief bei 1.160 US-Dollar überwunden. Zwischenzeitlich hatten wir die Marke von 1.243 US-Dollar erreicht. Aktuell notieren wir wieder um den 1.200er Bereich.

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Sollten wir länger unter der blauen 50-Tagelinie notieren, könnten die Kurse mittelfristig wieder sinken. Die grüne 200-Tagelinie ist noch weit entfernt. Dass der Goldpreis fällt, kann positiv gewertet werden. Denn das bedeutet: Risk off, also mehr Sicherheit im Markt – weniger Bedrohung auf geopolitischer Ebene. Doch Sie wissen selbst, das kann sich mit einem Tweet von Donald Trump ändern.

Silber im Chartcheck

Das Tief vom Dezember 2015 (Grün im Chart) bei rund 13,64 US-Dollar ist noch ein wenig entfernt. Noch haben wir etwa 40 Cent Abstand. Ob diese Marke auch noch fällt, wird die Zeit zeigen. Aktuell gibt es bei 14 US-Dollar vorerst noch Gegenwehr.

Zur Erinnerung: Das Allzeithoch von Silber liegt bei knapp 50 US-Dollar und stammt vom April 2011. Gold hatte als höchsten Wert 1,921 US-Dollar im September 2011. Wenn Sie die aktuellen Kurse mit diesen Werten vergleichen, wird es schnell klar, dass Silber sich vervielfachen kann, um neue Bestmarken zu erreichen. Gold hingegen muss sich nicht einmal verdoppeln und hat schon das Allzeithoch geknackt.

Hier kommt wieder das obige Ratio von Gold zu Silber ins Spiel. Silber hat unendlich viel mehr Potential als Gold in den kommenden Jahren.

Wichtigstes Argument für steigende Silberkurse

Aus fundamentaler Sicht, können Sie eigentlich die obigen Charts und das Verhältnis von Gold zu Silber vergessen. Denn es gibt es ein tausendfach schlagkräftigeres Argument, warum es sich lohnen kann auf Silber zu setzen. Die US-Bank JPMorgan gilt als größter Gegner von steigenden Silberpreisen. Oft investiert diese Bank massiv in Put-Optionen, um den Silberpreis nach unten zu drücken. Doch das hat einen ganz eindeutigen Grund.

JPMorgan soll es nämlich gelungen sein, die größte Ansammlung an physischen Silberreserven in der Geschichte aufzubauen. Mit Papiergeld wurde der Markt also nach unten gedrückt und physisch wurde gekauft. Die Theorie lautet dabei wie folgt: Sobald JPMorgan aufhört, den Silberpreis mit Put-Optionen künstlich nach unten zu drücken, wird dieser Kurs durch die Decke gehen. Die Bank macht damit dann unvorstellbare Gewinne, weil sie quasi das Monopol auf Silber hat.

JPMorgan war in der Vergangenheit selten unbeteiligt, wenn es wichtige Ereignisse in der Finanzgeschichte gab. Insofern können wir den Entscheidern dort auch ein wenig Kenntnis um die aktuelle Situation zuschreiben. Offenbar hat JPMorgan inzwischen über 500 Millionen Silberunzen angehäuft! Das ist beim aktuellem Kurs zwar lediglich Silber im Wert von 7 Milliarden US-Dollar. Sollte Silber aber das Allzeithoch pulverisieren, wird aus den 7 Milliarden schnell ein Vielfaches.

Erschwerend hinzu kommt dann noch, dass Silber physisch tatsächlich überall gebraucht wird. Sei es Computer, Handy oder Auto – immer wird Silber verbaut. Und dann geht es irgendwann nicht mehr nur um den Preis, sondern auch um den Rohstoff an sich. JPMorgan besitzt demnach aktuell rund 14.000 Tonnen Silber. Der industrielle Nettoverbrauch pro Jahr beträgt laut Zahlen der World Silver Survey von 2011 15.800 Tonnen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten den gesamten weltweiten Jahresbedarf von einem Rohstoff in Ihrem Keller liegen.

Was aktuell parallel dazu als Theorie gehandelt wird, sind die Preise für Silberminen an sich. Der Silberpreis ist am Boden. Silberminen gibt es so günstig wie nie zu kaufen. Stellen Sie sich jetzt noch vor, Sie kaufen zu Ihrem Vorrat im Keller noch zum Schnäppchenpreis ein paar Silberminen oder auch nur ausreichend Anteile – dann macht die Zukunft gleich noch viel mehr Spaß.

All diese Daten und Theorien sind durchaus eine Überlegung wert. Überall wird von Gold geredet und Silber ist gerade in der aktuellen Phase ein extrem unbeliebtes Edelmetall. Es würde ins Gesamtbild passen, wenn wir sogar noch Kurse unter 13,64 US-Dollar erleben. Denn so könnten die großen Spieler auch noch verhindern, dass viele Kleinanleger sich für die mögliche Silberrallye gut positionieren können.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.