Einsturzgefahr – So bringt Trumps Sturheit den Börsencrash

Hören Sie das auch, das Vogelgezwitscher an der Börse? Selbst fallengelassene Stecknadeln schlagen lautstark auf dem Boden auf, so ruhig sind die Märkte derzeit.

Doch das könnte die Ruhe vor dem Sturm sein. Denn am Horizont braut sich ein düsteres Ereignis zusammen, vor dem uns keine noch so hohe Mauer schützen wird.

Die Mauer (im Kopf) entscheidet

Während die Deutschen 1989 noch „die Mauer muss weg!“ riefen, zeigt sich knapp 30 Jahre später in den USA ein gegensätzliches Bild:

„Baut die Mauer auf!“ rufen Trump und zumindest der Teil seiner Wähler, die sich weniger Mexikaner im Land wünschen.

Und genau diese Mauer kann Ihr Aktiendepot vernichten! Das klingt zunächst etwas herbeigeholt, stimmt’s?! Lassen Sie mich kurz ausholen, damit der Zusammenhang klar wird:

Die USA sind wieder einmal pleite; noch nicht, aber immerhin bald – wenn der Haushalt nicht entsprechend geschönt wird…

Sie kennen das Spiel: I. d. R. gibt es dort keine intelligente Lösung, außer die Schuldengrenze anzuheben.

Das geschieht letztlich immer und vorher wird heiß verhandelt. Die US-Medien berichten an diesen Tagen dann über kaum ein anderes Thema.

Der egfürchtete Shutdown

In wenigen Wochen wird es wieder soweit sein: Der „Shutdown“ der Regierung droht. Ab diesem Zeitpunkt bekommen die staatlichen Angestellten des Landes keine Löhne mehr.

Es ist natürlich nicht immer schädlich, wenn gewisse Behörden eine Pause einlegen, aber grundsätzlich ist insbesondere die Versorgung und Sicherheit davon betroffen.

Wenn morgen plötzlich alle Polizisten und Feuerwehrmänner, die Müllabfuhr und staatliche Krankenhäuser zusperren würden, sähe es düster aus…

Darauf setzt wiederum Trump; er hat mehrfach betont, dass er bei Verhandlungen ein harter Hund ist.

Dies will er einmal mehr wahrmachen, denn er fordert, dass die Mauer Richtung Mexiko endlich gebaut werden soll.

Dafür braucht es Geld aus dem Haushalt sowie die entsprechenden Unterschriften aus der Regierung.

Und weil Trump immer noch auf dieses Baukapital wartet, will er sich stur stellen, wenn es um die Verhandlungen der Schulden-Obergrenze geht.

„Börsen-Apokalypse now“

Erinnern Sie sich an 2011? Damals war ein gewisser Herr Obama im Amt und die Schuldengrenze wurde nicht rechtzeitig angehoben – wir hatten tatsächlich ein paar Tage den Shutdown.

Wie reagierte die Börse? Der S&P 500 crashte um 18% nach unten – der DAX schaffte es sogar rund 25% abzugeben.

1/4 des Depots verpulvert, nur weil Trump sein Mauer-Crowdfunding nicht durchgesetzt bekommt; so könnte die böse Realität in wenigen Wochen aussehen.

Jetzt mögen Sie vielleicht denken, „dann gebt ihm halt die Billion Dollar – so schwer kann das doch nicht sein“.

Nun, zumindest haben Republikaner und Demokraten noch bis zum 1. Oktober Zeit eine gemeinsame Lösung zu finden.

Trump hat ein gewaltiges Druckmittel in der Hinterhand. Und seine Wahlversprechen haben sich bisher so in Rauch aufgelöst, wie Obamas Ankündigung Guantanamo zu schließen.

Es ist durchaus vorstellbar, dass Trump endlich etwas vorweisen will und es bis auf den Staatsbankrott ausreizt.

25. August 2017

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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