Walmart: Einzelhandels-Riese mit Problemen

Wer schon einmal in den USA mit dem Wohnmobil Urlaub gemacht hat, der weiß die Auswahl in Walmart Supercenters zu schätzen.

Insbesondere wenn es darum geht, in großen Mengen Grundnahrungsmittel, Camping-Zubehör oder andere Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen, lässt sich bei Walmart eine Menge Geld sparen.

Selbst wenn es regnet, lohnt sich ein Bummel durch die großen Hallen der Walmart-Filialen.

Dort gibt es je nach Bundesstaat eine Menge zu entdecken: von gut bestückten Sportabteilungen über Angel-Ausrüstung bis hin zum Jagd-Equipment inklusive verschiedenster Schusswaffen.

Wal-Mart Stores ist mit mehr als 11.523 Filialen das größte Einzelhandels-Unternehmen der Welt. Das Erfolgs-Konzept des Konzerns ist eine breite Angebots-Palette zu günstigen Preisen, kombiniert mit einem erstklassigen Kunden-Service.

Die meisten Verkaufs-Zentren befinden sich in den USA, i. d. R. außerhalb der Ballungsgebiete. Dazu gehören Supermärkte, Kaufhäuser und Club-Geschäfte (Sam’s Club).

Aldi macht Walmart die Hölle heiß

Wal-Mart hat im 1. Quartal den Umsatz leicht gesteigert. Unterm Strich verdiente der Einzelhändler mit 3,1 Mrd. $ zwar 8% weniger als im Vorjahres-Quartal, konnte aber mit 0,98 $ je Aktie Netto-Gewinn die Erwartungen um 10 Cent übertreffen.

Im internationalen Geschäft musste Wal-Mart Abstriche machen. Der starke Dollar, der Auslands-Einnahmen nach Umrechnung in US-Währung verringert, drückte die Bilanz.

Zudem bekommt Wal-Mart in Großbritannien immer stärker die Konkurrenz von Aldi und Lidl zu spüren. Der Umsatz der dortigen Supermarkt- Tochter Asda sank das 6. Quartal in Folge, weil immer mehr Kunden zu den deutschen Discountern abwandern.

Walmart: Für Kunden hui, für Investoren pfui

Auch im umkämpften Online-Geschäft, das Amazon dominiert, gerät Wal-Mart ins Hintertreffen. Trotz einer Investitions-Offensive legten die Verkäufe im E-Commerce nur um 7% zu.

Amazon erhöhte den Umsatz im gleichen Zeitraum um über 1/4. Wal-Mart hatte Investoren bereits auf Gewinn-Einbußen eingestellt.

Grund sind neben den hohen Ausgaben im Online-Geschäft steigende Personal-Kosten. Vor 1 Jahr hatte Wal-Mart angekündigt, die Löhne in den USA anzuheben. Unter dem Druck sinkender Umsätze hat Wal-Mart ein massives Sparprogramm beschlossen.

Weltweit werden 269 Filialen geschlossen, 16.000 Mitarbeiter sind betroffen. In den USA sollen 154 Läden dichtmachen, davon 102 kleinere Geschäfte. Wal-Mart will sich künftig stärker auf seine großen Supercenter konzentrieren.

Für 2016 schraubte das Management die Prognose herunter und rechnet nur noch mit einem stagnierenden Umsatz. Bislang hatte es noch eine Zunahme von 3 bis 4% angepeilt.

Unser Tipp: Kaufen Sie beim nächsten USA-Urlaub bei Walmart und entscheiden Sie sich stattdessen bei der Geldanlage für Aktien der Konkurrenz!

21. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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