Electronic Arts: Die neue Sportwelt

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E-Sport ist ein neuer Milliardenmarkt. Der Schlussgong stellt Ihnen die Gewinner der Boom-Branche vor. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Direkt zu Beginn des neuen Jahres bilden sich Allianzen, die Sie überraschen werden: Der deutsche Premiumautobauer Daimler verbündet sich mit dem 1. FC Köln und der südkoreanische Konzern LG geht eine Verbindung mit Eintracht Frankfurt ein.

Es geht dabei aber nicht um den klassischen Fußball und auch nicht um die bei uns so beliebte Fußball-Bundesliga. Es geht um das virtuelle Kicken am Computer. Möglich wird das alles durch das Computer-Spiel Fifa, das vom börsennotierten US-Unternehmen Electronic Arts entwickelt wurde.

Da E-Sport (Sport-Spiele am Computer) ein Milliardenmarkt geworden ist und die wichtigsten Unternehmen aus dieser Boom-Branche an der Börse notieren, werde ich Ihnen hier im Schlussgong einige Unternehmen vorstellen, die eine wichtige Rolle beim E-Sport übernommen haben und mit der passenden Software und Hardware sehr viel Geld verdienen.

Marktführer Dank Verkaufsschlager Fifa

Der Name des Marktführers Electronic Arts ist Ihnen eventuell (noch) kein Begriff, doch vielleicht haben Sie schon etwas von der Fußballvideospielreihe Fifa gehört, wovon jedes Jahr eine neue Ausgabe veröffentlicht wird.

Die vergangene Ausgabe Fifa 18 gehört zu den erfolgreichsten Videospielen weltweit. Im vergangenen Jahr wurden 24 Millionen Exemplare verkauft (rund 1 Million in Deutschland). Damit ist Electronic Arts der Herausgeber der erfolgreichsten Sportsimulation.

Das Unternehmen im Überblick

Electronic Arts, oder auch einfach nur kurz EA, ist ein Softwarehersteller und Entwickler für Videospiele. Besonders Sportspiele wie Fifa oder Madden, brachten dem amerikanischen Unternehmen einen hohen Bekanntheitsgrad und führten im Geschäftsjahr 2017/18 zu 4,8 Milliarden USD Umsatz.

Der Hauptsitz ist in Redwood, Kalifornien. Der Konzern hat weltweit weitere Geschäftsstellen, unter anderem auch in Deutschland. Der europäische Hauptsitz ist in Genf (Schweiz). Insgesamt beschäftigt die Softwarefirma 9.300 Mitarbeiter.

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Die Anfänge von Electronic Arts

Nachdem Trip Hawkins im Jahr 1982 das Unternehmen Apple verließ, gründete er im selben Jahr die Spielesoftwarefirma Amazin Software und sah Videospiele als eine Art von Kunst. In den ersten sechs Monaten finanzierte er das Unternehmen aus seiner eigenen Tasche und arbeitete in seinen privaten Räumen, bis die Firma Ende 1982 ihren langjährigen Hauptsitz in San Mateo (Kalifornien) bezog. Nach vielen Entwürfen und Vorschlägen wurde im Oktober 1982 der Name in Electronic Arts geändert.

Ab 1988 fing EA an, eigene Spiele zu produzieren und weitete 1990 das Geschäft auf den Gaming-Markt aus, um sich auch Konsolen wie der Playstation zu widmen. Im Verlauf der 1990er entwickelte sich das Unternehmen zum Marktführer in Sachen Videospiele mit Niederlassungen in über 75 Ländern.

Trip Hawkins verließ das Unternehmen 1991 und Larry Probst übernahm das Spitzenamt. Das Jahrtausend endete für Electronic Arts mit dem Umzug in den heutigen Hauptsitz nach Redwood City (Kalifornien).

Fokus auf Sport: Erst Pfui dann Hui

Nach der Jahrtausendwende wuchs Electronic Arts stetig weiter und konnte im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von über 3 Milliarden USD und einen Gewinn von 76 Millionen USD erzielen. Im selben Jahr begann EA seinen Fokus auf das Entwickeln von Sportspielen zu legen. Was heute ein großer Erfolgsgarant ist, ging in den Jahren 2008 und 2009 zunächst nach hinten los. Denn der Softwareentwickler rutschte tief in die Verlustzone, woraufhin über 1.000 Mitarbeiter entlassen werden mussten.

Doch dann folgte relativ schnell die positive Wende. Heute sind Sportspiele wie Fifa schon fast Kult in dieser Branche und bescheren Electronic Arts hohe Umsätze und Gewinne. Seit 2010 bezieht der Softwareentwickler nicht nur Einnahmen von Spielverkäufen, sondern auch durch Abonnementsangebote wie EA Access. Jedoch bringen Spiele wie Fifa 19, NHL 19 oder Battlefront 5 noch immer den größten Umsatzanteil. Besonders um die Erstveröffentlichungen herum explodiert nahezu der Umsatz. Da jedes Jahr eine neue Version der Sportspiele veröffentlicht wird, kassiert EA jedes Jahr wieder neu.

Rückblickend lag EA-Gründer Trip Hawkins genau richtig. Die Spiele-Branche wächst rasant. Heute steigen sogar Top-Unternehmen aus anderen Branchen als Partner ein, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern. Electronic Arts wird auch in den kommenden Jahren zu den großen Gewinnern in der Branche gehören.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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