Elektro- und Hybridfahrzeuge sind weiterhin Ladenhüter

Der deutsche Leitindex DAX ist mit kräftigen Gewinnen in die neue Börsenwoche gestartet. Der DAX legte um 2,66% zu und kletterte auf 9.206 Punkte. Zu den Tagesgewinnern gehörten Versorger-Aktien und die Auto-Werte. Aus der Automobilbranche gab es auch frische Zahlen.

Aktuelle Daten des Kraftfahrtbundesamtes zeigen, dass Elektroautos in Deutschland weit davon entfernt sind, ein lukratives Geschäft zu sein. Im vergangenen Jahr wurden nur 12.363 reine Elektroautos für deutsche Straßen neu zugelassen. Das sind 0,4% (!) der insgesamt 3,2 Mio. Neuzulassungen in Deutschlande im Jahr 2015.

Bei den Hybridfahrzeugen sahen die Zahlen nicht wesentlich besser aus. 2015 wurden in Deutschland rund 31.000 Hybridfahrzeuge neu zugelassen.

So schnitten die deutschen Autobauer ab

Von den deutschen Autobauern hat VW in Sachen Elektromobilität knapp die Nase vorn. 2015 wurden 1.648 Volkswagen mit reinem Elektromotor neu zugelassen. Der Kleinwagen Up und der Mittelklasse-Dauerrenner Golf sind als Elektroversionen zu haben.

Daimler kam im Jahr 2015 auf 1.161 neu zugelassene Elektroautos. 676 davon, also mehr als die Hälfte, waren e-Smarts. Der Rest entfiel auf die Elektroversion der B-Klasse (485). Die deutsche Nummer 3 im Bereich der Elektromobilität ist BMW mit 1.051 neu zugelassenen Fahrzeugen – zumeist vom Typ i3.

Beim Absatz von Hybridfahrzeugen sieht es bei den deutschen Autobauern wie folgt aus: Den 1. Platz belegt auch hier VW mit rund 3.000 Autos, gefolgt von Mercedes und Audi mit jeweils rund 2.000 Fahrzeugen. Danach folgt BMW mit einem Absatz von Hybridfahrzeugen in der Größenordnung von rund 1.000 Stück.

Ausländische Autobauer dominieren diesen Markt in Deutschland

In Führung lagen 2015 im deutschen Ranking der Elektro-Neuzulassungen ausländische Hersteller. Bei den rein elektronisch angetriebenen Fahrzeugen kam Kia auf 3.842 verkaufte Autos und belegte damit die Spitzenposition. Allerdings sollen die Südkoreaner viele dieser Fahrzeuge über eigene Händler zugelassen haben und danach aus Deutschland exportiert worden sein.

Bei den Hybridfahrzeugen ist Toyota klarer Spitzenreiter. Die Japaner verkauften 13.138 Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor. Zugpferd ist das Modell Prius, das aber nur als „milder“ Hybrider gilt, und deshalb für das politische Ziel von 1 Mio. E-Autos bis 2020 keine Rolle spielt.

Der Grund: Die Batterie des Prius wird nicht an der Steckdose geladen, sondern durch den Bremsvorgang. Daher wird das Auto zumeist nur während der Fahrt mit Verbrennungsbetrieb geladen. Die Reichweite dieses Fahrtzeugs im reinen Elektrobetrieb ist sehr gering.

Der Staat will eingreifen

Wie Sie gerade erfahren haben, ist das Ziel der Bundesregierung – bis 2020 1 Mio. E-Autos auf die Straße zu bringen – aktuell noch Lichtjahre entfernt. Zwar interessieren sich immer mehr Menschen für E-Autos, doch die Bereitschaft, sich ein solches Fahrzeug anzuschaffen, ist nach wie vor sehr gering.

Woran liegt das? Dafür gibt es 2 Hauptgründe: Erstens wollen die Menschen mit einem E-Auto mindestens so weit fahren können, wie mit einer Tankfüllung bei einem Diesel oder Benziner. Zweitens soll ein E-Auto nicht mehr kosten als ein vergleichbarer Diesel oder Benziner. Und bei letzterem will die Bundesregierung jetzt eingreifen.

Zur Diskussion stehen etwa Kaufprämien für E-Autos für den privaten Gebrauch oder Sonderabschreibungen für gewerblich genutzte Fahrzeuge. Ich persönlich bin jedoch grundsätzlich gegen diese staatliche Eingriffe bzw. Anreize. Wenn die Autobauer die Reichweite erhöhen und die Kosten senken, wird der Markt das Problem lösen. Hier müssen keine Steuergelder verprasst werden.

Da die deutschen Autohersteller weiterhin prächtig verdienen, bieten Ihnen die Aktien der deutschen Autohersteller auch ohne staatliche Anreize für die Elektromobilität gute Chancen.

15. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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