Elektroauto-Pionier mit Tücken

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Nissan hat alles: E-Autos und PS-Protze. Doch was kann die Aktie noch außer 7% Dividende? (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Wer es bei Autos extrem sportlich haben möchte, der greift zu den altbekannten Marken wie Porsche, BMW oder noch etwas sportlicher Luxusmarken wie Ferrari oder Lamborghini. Höchstleistung für den kleineren Geldbeutel gibt es seit jeher aus Asien. Wenn Sie keinen sechsstelligen Betrag in einen Sportwagen investieren möchten, rate ich Ihnen zu einem Sportler aus dem Hause Nissan.

Das Flaggschiffmodell Nissan GTR hat schon den ein oder anderen 911er an der Ampel stehen lassen. Einziger Nachteil: Das Plastik-Image. Doch lassen Sie uns nicht über Auto-Vorlieben diskutieren. Viel eindeutiger ist unsere Meinung zur Aktie von Nissan. Die bietet nämlich eine Dividende von satten 7,6%. Doch heißt das automatisch, Sie sollten die Aktie kaufen? Mitnichten! Warum? Lesen Sie unsere Analyse!

Bei Nissan stottert der Motor

Der 1933 gegründete Konzern ist der drittgrößte Autohersteller Japans. Die Produktpalette umfasst Pkws, Nutzfahrzeuge, Busse und Finanzdienstleistungen. Produktionsstandorte befinden sich in 16 Ländern, vornehmlich in Asien. Mit seinem Vertriebsnetz ist Nissan rund um den Globus vertreten. Durch die 1999 mit Renault geschlossene Allianz wurde der Konzern vor der Insolvenz gerettet.

Nissan hat extrem schwache Jahresergebnisse präsentiert, zumindest aber seine im April zum zweiten Mal nach unten revidierten Ziele erreicht. Der Skandal um den früheren CEO Carlos Ghosn hat die Geschäftsentwicklung stark belastet. In den meisten Ländern haben sich die Kunden von der Marke Nissan abgewendet. Der Umsatz ging zwar nur um 3,2% zurück, der Gewinn brach jedoch um mehr als die Hälfte ein.

Dennoch werden die Aktionäre mit einer höheren Dividende belohnt. Der Absatz schrumpfte um 5,5% auf 5,36 Mio Fahrzeuge. Mehr Autos verkauft hat Nissan nur in Japan und dem restlichen Asien, insbesondere in China. Umsatzzuwächse gab es ebenfalls nur in Japan, den übrigen Ländern Asiens sowie in den eher unbedeutenden Märkten Südamerika, Afrika und Ozeanien. In den letztgenannten Märkten schrieb der Konzern aber wie auch in Europa operativ rote Zahlen. In Asien (ohne Japan) hat sich die Profitabilität dagegen verbessert.

Wie Sie die Aktie sehen sollten!

Für Enttäuschung sorgte auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Das Management erwartet einen Umsatz von 11,3 Bio Yen, einen Gewinn von nur noch 170 Mrd Yen sowie mit 5,4 Mio Fahrzeugen einen Absatz auf Vorjahresniveau. Mithilfe von Sparmaßnahmen soll die operative Rendite bis 2022 von derzeit 2,7 auf 6% gesteigert werden. Gleichzeitig werden 47 Mrd Yen in Erneuerung und Erweiterung der Modellpalette investiert.

Partner Renault hat großes Interesse an einer Fusion mit Nissan und hat den Japanern Gerüchten zufolge bereits ein offizielles Angebot unterbreitet. Bisher jedoch hat Nissan einen Zusammenschluss immer strikt abgelehnt. Die Schwäche im operativen Geschäft überwiegt aus unserer Sicht. Lassen Sie sich von der hohen Dividende nicht blenden! Finger weg von der Aktie!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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