Elektroauto-Prämie – eine enttäuschende Zwischenbilanz

Eine erste Zwischenbilanz zum Umweltbonus zur Förderung der Elektromobilität (Elektroauto-Prämie) fällt mehr als enttäuschend aus:

Die aktuellen Zahlen

Gerade einmal 9.000 Anträge sind bis Anfang 2017 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingegangen.

Dabei soll die Kaufprämie für einen zusätzlichen Absatz von mindestens 300.000 Elektroautos sorgen.

Und: Die Elektroautos sollen vorzugsweise als einziges Fahrzeug (also nicht als Zweitwagen) und von Privatpersonen gekauft werden.

Die Realität sieht aber auch hier ganz anders aus: Bislang kam mehr als die Hälfte der Anträge von Unternehmen.

Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU fehlt der Prämie „ein Stück Dynamik“.

Aus meiner Sicht ist diese Analyse alles andere als zutreffend. Denn die bisherige Bilanz gleicht vielmehr einer Katastrophe, als dass sich sagen ließe, dass ein Stück weit die Dynamik fehlt.

Bei einem anderen Punkt bin ich jedoch bei Herrn Dobrindt: Er analysierte, dass niemand nur wegen der Prämie ein Auto kaufen würde.

Aus meiner Sicht sind die vergleichsweise hohen Preise für Elektrofahrzeuge nur eines von mehreren Problemen. Daher hilft eine Prämie für Elektroautos auch kaum, wie sich bislang zeigt.

Reichweiten und Lademöglichkeiten müssen sich verbessern

Neben den vergleichsweise hohen Preisen für Elektroautos sind die beiden Hauptprobleme:

  1. die noch viel zu geringen Reichweiten von durchschnittlich zwischen 200 und 300 km
  2. und die schlechte Infrastruktur im Bereich der Lademöglichkeiten.

Denn was nützt Ihnen ein Elektroauto, wenn Sie damit nur 200 bis 300 km weit kommen und es kaum Möglichkeiten gibt, Ihr Auto wieder aufzuladen?

Als Erstwagen sind solche Fahrzeuge daher bis dato für die meisten Menschen absolut uninteressant.

Die Durchsetzung der Elektromobilität steht und fällt aus meiner Sicht mit der Lade-Infrastruktur.

Denn wenn Sie Ihr Elektroauto nahezu überall und in sehr kurzer Zeit laden können, sehen Sie eher darüber hinweg, dass Sie es alle 200 bis 300 km laden können.

Und das „Preisproblem“ verschwindet quasi automatisch mit einer höheren Nachfrage und damit verbunden höheren Produktions-Mengen und Absatz-Zahlen.

Fazit

Ich bin überzeugt davon, dass sich die Elektromobilität früher oder später durchsetzen wird.

Es empfiehlt sich aus meiner Sicht aber nicht, an der Börse auf Unternehmen zu setzen, die nur in diesem Markt vertreten sind.

Daher sollten Sie an der Börse auf Unternehmen wie Daimler und BMW setzen, die aktuell noch mehrheitlich Autos mit Verbrennungs-Motor verkaufen, zukünftig jedoch den Markt für Elektromobilität aufmischen werden, wenn die Nachfrage groß genug ist.

Zusätzlich empfiehlt es sich, gezielt auf Zulieferer aus diesem Bereich zu setzen. Dort winken die höchsten Gewinne.

5. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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