BMW Aktie: Elektromobilität made in Germany

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BMW steht für Fahrspaß. Doch kann der Konzern auch Zukunft? Wir haben für Sie die Analyse gemacht! (Foto: Semmick Photo / shutterstock.com)

Freude am Fahren. Bei kaum einem anderen Fahrzeughersteller passt der Slogan so gut wie bei BMW. Die Bayern bauen seit vielen Jahren Alltagsfahrzeuge der Premiumklasse, die zugleich für Fahrspaß stehen. Doch wie passt das in eine Zeit der Abgasnormen und digitalen Mobilitätslösungen? Wie Umfragen zeigen, gilt das eigene Auto bei jungen Menschen schon lange nicht mehr als Statussymbol.

Wie wirkt sich das auf die Zahlen bei BMW aus? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserer Analyse. Die BMW Group gehört mit ihren Marken BMW, Mini und Rolls Royce zu den weltweit führenden Herstellern von Pkws des gehobenen Preissegments. Motorräder und Finanzdienstleistungen runden die Produktpalette ab. Der Konzern betreibt 28 Produktionsstätten in 13 Ländern sowie ein globales Vertriebsnetzwerk mit Vertretungen in über 150 Ländern.

Investitionen belasten Ergebnis 

BMW ist in den ersten 9 Monaten profitabel gewachsen, hat aber im 3. Quartal mit Rückgängen bei operativem und Vorsteuerergebnis enttäuscht. Belastet haben hohe Investitionen in Zukunftsprojekte. Immerhin steht BMW vor der größten Modelloffensive der Konzerngeschichte. Umsatz und Absatz lagen im 3. Quartal auch nur leicht über Vorjahresniveau. Ein Blick auf die 9-Monats- Zahlen zeigt aber, dass BMW kaum an Rentabilität eingebüßt hat.

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Die operative Marge in der Auto-Sparte lag stabil bei 9,1%. Der Absatz kletterte um 3,7% auf 1,81 Mio Fahrzeuge. Der Konzern verkaufte 68.687 elektrifizierte Fahrzeuge. Das sind 64,2% mehr als im Vorjahr, bezogen auf den Gesamtabsatz aber erst 3,8%. In den kommenden 2 Jahren will BMW 40 neue Modelle auf den Markt bringen. Zudem will der Konzern seine starke Position in der E-Mobilität ausbauen.

Bis 2025 sind 25 elektrifizierte Fahrzeuge geplant, davon 12 reine Stromer. Die hohen Investitionen in herkömmliche und neue Antriebstechnologien sowie in die Digitalisierung und den Ausbau des Produktionsnetzwerks bremsen vorübergehend die Ergebnisentwicklung. Dennoch soll der Vorsteuergewinn in diesem Jahr solide, also um 5 bis 10%, statt nur leicht steigen.

BMW geht Herausforderungen an

Für Rückenwind sorgt die positive Entwicklung der Finanz-Sparte. Im Autogeschäft peilt BMW unverändert eine operative Marge von 8 bis 10% an. Der Umsatz werde jedoch nicht mehr solide, sondern nur noch leicht, also um maximal 5% steigen. BMW ist zwar in Sachen E-Mobilität besser aufgestellt als die deutsche Konkurrenz. Die revidierte Umsatzprognose hat aber enttäuscht. Jeder Wandel ist schwer. Doch BMW geht die Herausforderungen immerhin an. Das ist ein gutes Zeichen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.