Elektromobilitäts-Spezialist Aumann: Wo geht die Reise hin?

Die Automobilbranche und deren Zulieferer haben dieses Jahr einen schweren Stand. Aus meiner Sicht wird die Branche jedoch viel zu kritisch gesehen. (Foto: Atstock Productions / shutterstock.com)

Die Aktien deutscher Autobauer und deren Zulieferer haben im laufenden Jahr einen schweren Stand. Belastungsfaktoren sind nach wie vor der Dieselskandal und deren Nachwirkungen sowie die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und der EU. Sollte es tatsächlich zu den angedrohten 25% Exportzoll auf deutsche Autos kommen, die in die USA ausgeführt werden, wären die negativen Folgen für deutsche Autobauer deutlich spürbar.

Ich bin aber nach wie vor davon überzeugt, dass es nicht zu Letzterem kommt. Daher halte ich die Kursabschläge in diesem Bereich und die negativen Berichten zur deutschen Autobranche für übertrieben.

Ein Autozulieferer, der sich in diesem Jahr vergleichsweise gut gehalten hat und der ohnehin vom Wandel der Branche stark profitieren wird, ist die mittelständische Aumann AG. Das Unternehmen wurde erst im vergangenen Jahr an die Börse gebracht und ist derzeit nach einem kurzen Gastspiel im TecDax im SDax gelistet.

Die Aumann-Aktie konnte nach dem Börsengang im vergangenen Jahr deutlich zulegen und kletterte im Oktober 2017 sogar zeitweise auf über 90 Euro. Danach ging es jedoch wieder etwas deutlicher bergab. Ursächlich dafür war vor allem eine Gewinnwarnung im Herbst des vergangenen Jahres.

Im laufenden Jahr fiel die Aumann-Aktie im Sog des schwachen Gesamtmarktes auf bis unter 50 Euro zurück. Es folgte ein Anstieg auf rund 67 Euro. Seit einigen Tagen geht es aber wieder bergab. Heute verliert die Aumann-Aktie weiter an Boden und es geht wieder stramm in Richtung der 60-Euro-Marke zurück.

Warum? Ich weiß es nicht. Jedenfalls sehe ich keinen vernünftigen Grund dafür. Denn operativ läuft bei Aumann alles nach Plan (wie Sie gleich sehen werden). Bevor ich zu den jüngsten Zahlen komme, stelle ich Ihnen die Aumann AG kurz vor.

Aumann mit mehr als 25% Umsatzwachstum im 1. Quartal 2018Der Elektro-Mobilitäts-Spezialist Aumann wächst im 1. Quartal 2018 um mehr als 25% und will im Gesamtjahr noch stärker Wachsen. › mehr lesen

Die Aumann AG im Kurzportrait

Der mittelständische Autozulieferer Aumann ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen Spezialmaschinen und automatisierten Fertigungslinien mit Fokus auf Elektromobilität.

Das Unternehmen verbindet die einzigartige Wickeltechnologie zur hocheffizienten Herstellung von Elektromotoren mit jahrzehntelanger Automatisierungserfahrung, insbesondere in der Automobilindustrie. Weltweit setzen führende Unternehmen auf Lösungen von Aumann zur Serienproduktion rein elektrisch und hybrider Fahrzeugantriebe, sowie auf Lösungen zur Fertigungsautomatisierung.

Die Zeichen stehen klar auf Wachstum

Kommen wir nun zu den aktuellen Zahlen: Aumann steigerte im 1. Halbjahr 2018 den Umsatz um 36,2% auf 133,4 Mio. Euro und setzte damit das dynamische und profitable Wachstum fort. Das wachstumsstarke E-mobility-Segment verbuchte in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres sogar ein Umsatzplus von 81,5% auf 48,8 Mio. Euro.

Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) erhöhte sich im 1. Halbjahr 2018 um 26,8% auf 15,6 Mio. Euro. Mit diesem Ergebnis befindet sich Aumann aktuell deutlich im oberen Bereich der eigenen Prognoseerwartung für das laufende Geschäftsjahr.

Mit liquiden Mitteln zum Ende des 1. Halbjahres von 101 Mio. Euro und einer hohen Eigenkapitalquote von 59,7% ist das Unternehmen für das geplante weitere Wachstum hervorragend aufgestellt. In das 2. Halbjahr ist Aumann mit einem starken Auftragsbestand von 203,3 Mio. Euro gestartet, der zum weiteren Wachstum beitragen wird.

Kurzum: Operativ läuft alles nach Plan und die Zeichen stehen klar auf Wachstum. Wenn Sie darauf setzen, dass sich die Elektromobilität weiter verbreiten wird, ist Aumann ein durchaus geeignetes Investment für Sie.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.