Elektronik-Branche: Isra Vision Top – Toshiba Flop

Mit einer Umsatzsteigerung um 8,7% auf 48,7 Mio € und einem Gewinnwachstum von 7,7% auf 6,2 Mio € blieb Isra Vision ihrem profitablen Wachstumskurs auch im 1. Halbjahr treu.

Isra Vision wächst ist in beiden Segmenten weiter

Der Bereich Industrial Automation ist von einer breiten Kundenbasis insbesondere aus der Automobilindustrie geprägt, von der das Unternehmen eine gute Nachfrage verzeichnete. So legte der Umsatz um 23% zu.

Mit der konsequenten Markteinführung der „Plug & Automate“-Familie werden die technischen Eigenschaften und Vorteile von immer mehr Kunden wahrgenommen – ein Premiumautomobilhersteller plant, die Produkte flächendeckend einzusetzen. Die Umsätze im Segment Surface Vision stiegen von 37 auf 39,1 Mio €.

Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 6% auf 7,6 Mio €; das entspricht einer um einen Prozentpunkt verbesserten EBIT-Marge von 18%. Im Bereich Metall haben Investitionen in neue Produkte für zusätzliche Aufträge gesorgt. Insgesamt ist die Auftragslage gut.

In Nordamerika setzte sich die Nachfrage im 2. Quartal fort. Auch in Asien rechnet Isra Vision mit steigenden Umsätzen im 2. Halbjahr. Die Auftragseingänge in Europa zeigen ein ähnliches Niveau wie zu Beginn des Geschäftsjahres. Für die zweite Jahreshälfte erwartet Isra einen positiven Geschäftsverlauf in dieser Region.

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 59% – zusammen mit den freien Kreditlinien verfügt Isra über eine solide Kapitalausstattung für zukünftiges Wachstum. Noch in diesem Jahr rechnet das Management mit dem Abschluss eines Akquisitionsprojektes.

Unternehmensporträt

Isra Vision Systems entwickelt und vertreibt Isra-Brainware, eine anwendungsspezifische Software für die visuelle Überwachung von Arbeitsprozessen. Die Software wird in der Steuerung von automatisierten Produktions-Prozessen eingesetzt. Zielmärkte sind Automationslösungen für die Roboterführung („Robot Vision“), die Oberflächeninspektion („Surface Vision“) sowie die Qualitätskontrolle in der Montage.

Toshiba steckt inmitten eines Bilanzskandals

Wie ein unabhängiges Gutachten im Auftrag des Unternehmens ergab, wurden die operativen Gewinne in den Jahren 2008 bis 2014 um insgesamt 152 Mrd Yen zu hoch ausgewiesen. Die Unregelmäßigkeiten erfolgten systematisch mit Wissen der Firmenspitze. Die Spitzenmanager sind folglich zurückgetreten. Zudem wird der Aufsichtsrat neu besetzt.

Der Skandal wirft ein schlechtes Licht auf japanische Unternehmen, deren Führungskultur mehr und mehr in Frage gestellt wird. Der Fall erinnert an den japanischen Kamerahersteller Olympus, der 2011 aufgrund geschönter Bilanzen für Schlagzeilen sorgte. Der Finanzminister Taro Aso bezeichnete die Bilanzfälschung daher als „sehr bedauerlich“.

Toshiba drohen Strafzahlungen wegen falsch ausgewiesener Zahlen

Zu der Frage, ob Toshiba mit finanziellen Strafen zu rechnen hat, äußerte sich Aso unterdessen nicht. Allerdings würde er wohl ein falsches Signal senden, wenn er Toshiba davonkommen lässt. Darüber hinaus sind wahrscheinlich Schadensersatzklagen von Aktionären zu erwarten.

Da die Prüfungen noch nicht abgeschlossen sind, ist es noch unklar, ob weitere Unregelmäßigkeiten aufgedeckt werden und wie hoch die Korrekturen von Gewinn und Eigenkapital am Ende ausfallen.

Daher legte Toshiba auch keine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und das 1. Quartal 2015 vor. Eine stichhaltige Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist somit nicht möglich.

Unternehmensporträt

Toshiba ist im Bereich Elektrotechnik- und Elektronikartikel der älteste und traditionsreichste Hersteller Japans. Mit einer breit gefächerten Produktpalette ist der Konzern weltweit präsent. Im Bereich Konsumelektronik werden Festplatten, DVD-Player, Video-Recorder, Fernseher und Kameras angeboten. Bei den Elektronikkomponenten sind es vornehmlich Halbleiter und LCD-Displays. Die Industriesparte baut Kraftwerke und Lokomotiven.

1. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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