Elektronik-Branche unter Konjunkturschock

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Elektronikwerte gelten als ein erster Gradmesser für die weltweite Entwicklung. Hier lässt sich eine weitere Abschwächung bereits ausmachen. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Die Wirtschaft ist ein ewiges Auf und Ab.

Und derzeit könnte es wieder etwas nach unten gehen. Unsere Elektronikwerte gelten als ein erster Gradmesser für die weltweite Entwicklung der Konjunktur. Mit ABB, General Electric, Siemens und Toshiba lässt sich die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Konjunktur weltweit grob einschätzen, denn diese Konzerne sind so vielfältig vernetzt, dass Nachfrageschwächen in einzelnen Industriesektoren sich irgendwo in den Zahlenwerken dieser Unternehmen durchschlagen müssen. Hier zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild.

Die alten Industrien wie der Anlagenbau, klassische Ingenieursprojekte oder das fossile Energiegeschäft sind in den vergangenen Monaten kräftig unter Druck geraten und haben teils zweistellige Wachstumsrückgänge verzeichnen müssen. Es ist also nicht verwunderlich, dass diese vier Unternehmen für die vergangenen Monate eher schwache Zahlen präsentiert haben. Dagegen sind alle Themenfelder, die etwas mit Digitalisierung, Robotik oder Prozessoptimierung zu tun haben, klare Wachstumsgaranten gewesen.

Wer hat auf das richtige Pferd gesetzt?

Es kommt in der schwierigen Wirtschaftssituation also auf die richtige Ausrichtung des Konzerns an. Gewinner und Verlierer sind klar erkennbar und liegen mit ihren Ergebnisentwicklungen deutlich auseinander. Besonders gut lief es bei meinen Top-Wert Isra Vision. Die ehemalige Ausgründung der renommierten TU Darmstadt bedient mit ihren Bildprogrammen und ihren Robotikanwendungen genau die richtigen Wachstumsfelder.

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Isra hat für das 1. Halbjahr überzeugende Zahlen vorgelegt. Der profitable Wachstumskurs konnte erneut bestätigt werden. Der Umsatz stieg um 8% auf rund 70,9 Mio. €. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 12,2% auf 0,46 € pro Aktie. Das EBITDA legte sogar um 31% auf rund 24,4 Mio. € zu. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht. Vielmehr soll die internationale Expansion noch schneller vorangetrieben werden.

Ebenfalls überzeugen konnte mich die ITT Corp., die mit ihren intelligenten Lösungen für den zivilen und militärischen Bereich neue Rekorde verzeichnen konnte. Mit einem Umsatzplus von 6,2% auf rund 2,8 Mrd. $ konnte der Gewinn fast verdreifacht werden und lag damit bei 334 Mio. $. ITT ist deutlich effizienter geworden. Dabei konnten die gestiegenen Rohstoffkosten durch Produktivitätsgewinne, niedrigere Restrukturierungskosten und Volumeneffekte überkompensiert werden. Diese beiden Unternehmen beweisen anschaulich, dass unternehmerische Erfolge auch in einer schwierigen Konjunkturlage möglich sind.

Hier ist die Luft raus

Doch nicht alle Geschäfte haben sich so positiv entwickelt. Besonders schlecht lief es bei Agfa-Gevaert, Electrolux und Olympus Corp. Alle drei Unternehmen haben den Fortschritt des Wettbewerbs verpasst. Olympus und Agfa haben durch die Marktdurchdringung von Smartphones und Tablets ihr Kerngeschäft verloren. Und Electrolux kämpft an zwei Fronten um sein Qualitätsimage – zunächst gegen die wachsende asiatische Konkurrenz, dann aber auch gegen die besseren Produkte der deutschen Premiumhersteller.

 


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.