Elektronikkonzern Sony mit traurigem Rekord

Kazuo Hirai, der Chef des japanischen Elektronikkonzerns Sony, musste zum 6. Mal innerhalb von nur etwas mehr als 2 Jahren die Sony-Gewinnprognose senken.

Es handelt sich bei dieser Serie um einen traurigen Unternehmens-Rekord.

Und traurig sieht es derzeit auch für die Sony-Aktionäre sowie für einige Sony-Mitarbeiter aus. Mehr dazu erfahren Sie gleich.

Zunächst möchte ich jedoch auf die Hintergründe und die konkreten Zahlen der zusammengestrichenen Prognose eingehen und Ihnen berichten, wie die Sony-Aktie auf die neuerliche Gewinnwarnung reagierte.

Alles zur aktuellen Gewinnwarnung

Die Ursache dafür, dass Sony wieder einmal seine Gewinnprognose senken musste, sind vor allem hohe Abschreibungen auf den Buchwert der Handysparte. Mit anderen Worten: Der Wert der Sony-Handysparte musste massiv nach unten korrigiert werden.

Sony rechnet deshalb jetzt für das Ende März 2015 endende Geschäftsjahr 2014/15 mit einem Verlust von 230 Mrd. Yen. Das entspricht umgerechnet rund 2,1 Mrd. US-Dollar. Zuvor hatte das Unternehmen mit einem Verlust von 50 Mrd. Yen gerechnet.

Die Sony-Aktie reagierte mit einem Minus von rund 10% auf die erneute Gewinnwarnung.

Zwar liegt die Aktie seit Jahresbeginn noch im Plus, doch wenn der Elektronikkonzern seiner Negativserie treu blieben sollte, wird dies wohl nicht mehr lange der Fall sein.

Gewinnwarnung nicht die einzige Negativnachricht

Wie schon angedeutet, kommt es aber noch dicker – auch für die Sony-Aktionäre. Die müssen nämlich wegen der tiefroten Zahlen erstmals seit 1958 auf eine Dividende verzichten. Dies teilte Sony-Chef Hirai erst kürzlich mit.

Auch die Sony-Belegschaft trifft es hart: Hier leidet insbesondere die Handysparte, die zu großen Teilen für die roten Konzernzahlen verantwortlich ist. Von insgesamt 7.100 Mitarbeitern in der Handysparte werden 1.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Handysparte sucht nach der eigenen Identität

Das größte Problem der Sony-Handysparte ist, dass diese – wenn Sie so wollen – noch immer auf der Suche nach ihrer Identität ist.

Bei den teuren Geräten dominieren Apple, und mit Abstrichen Samsung, und im Billigsegment ist die Konkurrenz aus Asien mit Marken wie Huawei zu stark.

Sony ist es also weder gelungen, sich im Premiumsegment erfolgreich zu positionieren, noch im Billigsegment. Eventuell sollte sich Sony in der Mitte eine erfolgversprechende Nische suchen.

Sollte es die Handysparte von Sony weiterhin nicht schaffen, sich erfolgreich zu positionieren, muss das Unternehmen hier die Reißleine ziehen, wenn nicht noch mehr Geld vernichtet werden soll.

Fazit: Umstrukturierung notwendig

Sony sollte seine Handysparte und andere Geschäftsbereiche, in denen es Probleme gibt, auf den Prüfstand stellen und sich im Zweifel von diesen Aktivitäten zurückziehen. Ein altes Sprichwort sagt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Und genau das muss bei Sony die Devise sein, sofern die derzeitigen Umstrukturierungs-Maßnahmen nicht wie gewünscht greifen.

Denn Sony hat Geschäftsbereiche, die sich erfreulich entwickeln und sollte sich auf diese konzentrieren anstatt dauerhaft jene zu subventionieren, die nicht auf die Beine kommen.

Sofern Sie Sony-Aktionär sind, empfehle ich Ihnen, die Entwicklung bei Sony kritisch zu verfolgen und sich von der Aktie zu trennen, wenn sich Sony nicht von dauerhaft defizitären Geschäftsbereichen trennt.

23. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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