Elliott will Buffetts Übernahme-Angebot für Oncor nicht unterstützen

Elliott erhöht im Übernahme-Kampf um Oncor den Einsatz. Ohne das Einverständnis des Hedgefonds ist der Deal für Buffett unmöglich geworden. (Foto: Krista Kennell / Shutterstock.com)

Anfang Juli gab eine Tochtergesellschaft von Warren Buffetts Beteiligungs-Gesellschaft Berkshire Hathaway ein Übernahme-Angebot für den texanischen Stromnetz-Betreiber Oncor ab.

Für die bankrotte Oncor bot Berkshire Hathaway Energy inkl. Schulden rund 18,1 Mrd. Dollar.

Nachdem 2 vorherige Übernahme-Angebote durch andere Bieter scheiterten, stieß diesmal das Angebot bei den texanischen Behörden auf großen Zuspruch.

Doch was die Behörden möchten und was die Oncor-Gläubiger möchten, sind 2 Paar Schuhe.

Und richtig kompliziert wird es, wenn der größte Oncor-Gläubiger der Übernahme-Aktivist Elliott Management ist.

2 Interessenten und dennoch kein sicherer Deal

Kurz nach dem Buffett-Vorstoß teilte Elliott Management mit, dass man mit dem Angebots-Preis unzufrieden sei.

Elliott Management legte einen eigenen Restrukturierungs-Plan vor, der Oncor mit 18,5 Mrd. Dollar bewerten würde.

Berkshire Hathaway zeigte sich von der Herausforderung unbeeindruckt und hielt an dem finanziell tieferen Angebot fest.

Der Bieter hatte sich im Vorfeld bei den Behörden erkundigt, was notwendig ist, um eine Übernahme abschließen zu können.

Der Elliott-Plan dagegen muss noch die bürokratischen Hürden nehmen und hat noch nicht die notwendige Finanzierung.

Gleichzeitig schließt sich das Zeitfenster zur Abgabe der Offerte; bis Montag muss das Angebot formell eingereicht sein.

Kann Elliott die Frist nicht einhalten, wäre zwar die Offerte von Berkshire Hathaway das einzige Angebot auf dem Tisch.

Doch wenn der Hedgefonds den Buffett-Deal nicht will, dann wird er auch nicht abgeschlossen.

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Oncor-Übernahme ohne Elliotts Einverständnis nicht möglich

Elliott Management ist mit rund 30% der Schulden von Oncors Konzernmutter Energy Future der größte Einzel-Gläubiger.

In den vergangenen Wochen hat der Übernahme-Aktivist von anderen Gläubigern weitere Schulden gekauft.

Diese neuen Schulden sind so ausgestaltet, dass ihnen bei einem Kontrollwechsel ein Stimmrecht zusteht.

Zusammen mit den anderen von Elliott gehaltenen Schuldscheinen ist der Hedgefonds nun in der Lage eine Buffett-Übernahme im Alleingang zu verhindern.

Berkshire hat gute Gründe aufzustocken – Elliott hat gute Gründe das jetzige Angebot anzunehmen

Berkshire Hathaway Energy zeigt sich von den Berichten nach wie vor unbeeindruckt und will am Angebotspreis festhalten. Ob das allerdings bis zuletzt so bleibt, ist fraglich.

Vielleicht will der Bieter erst einmal abwarten, ob Elliott rechtzeitig das Gegenangebot einreichen kann.

Sollte das gelingen, ist durchaus vorstellbar, dass man der Forderung einer Angebots-Aufstockung doch nachkommt.

Es hieß Mitte Juli, dass Elliott bei einer Aufstockung um 300 Mio. Dollar bereit sei dem Deal zuzustimmen.

Das dürfte den Wert der Transaktion für Berkshire Hathaway langfristig betrachtet kaum verändern.

Aber auch wenn Buffetts Beteiligungs-Gesellschaft nicht aufstocken will, könnte es zu einem Deal kommen.

Elliott hat zwar jetzt den Einsatz erhöht, doch letztendlich riskiert der Hedgefonds, dass ohne Deal die Rückzahlungs-Quote seine Oncor-Schulden zu einem späteren Zeitpunkt geringer ausfällt.

Der Oncor-Poker bleibt also weiterhin spannend.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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