ElringKlinger Corona-bedingt mit durchwachsenen Zahlen

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Der Automobilzulieferer ElringKlinger hat seinen Geschäftsbericht 2020 vorgelegt. Erwartungsgemäß lagen die Zahlen zum Teil deutlich unter den Vorjahreswerten. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Während der deutsche Leitindex DAX fast täglich neuen Rekorde aufstellt, sehen die Geschäftszahlen vieler Unternehmen für das Corona-bedingt schwache Jahr 2020 nicht so rosig aus; so auch die Zahlen des mittelständischen Autozulieferers ElringKlinger.

Allerdings wird an der Börse regelmäßig die Zukunft gehandelt. Insofern stehen die DAX-Rekorde nicht im Widerspruch zu den schlechten Zahlen für 2020. Bevor ich gleich zu den Zahlen von ElringKlinger komme, möchte ich Ihnen das Unternehmen und sein Geschäftsmodell näherbringen.

ElringKlinger im Porträt

Die ElringKlinger AG kann auf eine über 140-jährige Firmengeschichte zurückschauen. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1879 als Handelshaus für technische Produkte und Dichtungen in Stuttgart.

Heute ist die ElringKlinger AG ein international tätiger Zulieferer für die Automobilindustrie. Dabei ist das württembergische Unternehmen breit aufgestellt. ElringKlinger bietet sowohl Lösungen für Verbrennungsmotoren als auch für Hybrid- oder Elektroantriebe an.

Zu der Produktpalette des Unternehmens zählen z.B. Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoff-Leichtbauteile sowie Abschirmteile für Motor, Getriebe, Abgassystem und Unterboden. Dabei sorgen die Abschirmsysteme für ein optimales Temperatur- und Akustikmanagement im Fahrzeug.

Engineering-Dienstleistungen, Werkzeugtechnik sowie Produkte aus Hochleistungskunststoffen ergänzen das Portfolio und werden auch außerhalb des Automobilsektors verkauft. Batterie- und Brennstoffzellensysteme von ElringKlinger kommen ebenfalls im Non-Automotive-Bereich zum Einsatz.

Geschäftsbericht 2020 zeigt deutliche Corona-Bremsspuren

Der jetzt vorgelegte Geschäftsbericht fiel deutlich schlechter aus als in den Vorjahren. So ging der Umsatz um 246,6 Mio. Euro oder 14,3% auf 1,48 Mrd. Euro zurück. Allerdings war der Rückgang geringer als der Rückgang der weltweiten Automobilproduktion, der bei 16,2% lag. Insofern war ElringKlinger immerhin besser als der Markt.

Während das Unternehmen beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 181 Mio. Euro in etwa das Vorjahresniveau erreichen konnte, brach das operative Ergebnis (EBIT) deutlich ein (-54,7% auf 27,7 Mio. Euro). Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) belief sich im vergangenen Jahr auf 1,9% und lag somit ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,5%.

Brennstoffzellentechnologie macht Hoffnung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat ElringKlinger verstärkt in den Wachstumsmarkt Wasserstoff investiert. So hat das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit Airbus geschlossen, um gemeinsam in den kommenden Jahren luftfahrttaugliche Brennstoffzellen zu entwickeln.

Darüber hinaus hält ElringKlinger den Mehrheitsanteil (60%) an der EKPO Fuel Cell Technologies GmbH, einer gemeinsamen Gesellschaft mit dem französischer Automobilzulieferer Plastic Omnium. Ziel beider Partner ist es, den globalen Markt für Brennstoffzellen und -komponenten zu erschließen.

Prognose fällt vorsichtig optimistisch aus

Auch wenn das laufende Geschäftsjahr aufgrund der immer noch anhaltenden Pandemie mit einer hohen Unsicherheit verbunden ist, erwartet das ElringKlinger-Management für das Geschäftsjahr 2021 ein Umsatzwachstum, das in etwa der Zuwachsrate der globalen Automobilproduktion entspricht. Diese schätzen Marktexperten derzeit auf rund 13%.

Wenn sich die globale Automobilproduktion wie erwartet entwickelt, geht man für das laufende Geschäftsjahr von einer deutlichen Verbesserung der EBIT-Marge auf rund 4 bis 5% aus. Die ElringKlinger-Aktie, die von März 2020 bis Februar dieses Jahres sehr kräftig zulegen konnte, befindet sich seither in einer etwas schärferen Korrektur.

Auch wenn die Geschäftszahlen der ElringKlinger AG im vergangenen Jahr Pandemie-bedingt durchwachsen ausgefallen sind, bin ich zuversichtlich, dass das Unternehmen im laufenden Jahr eine bessere operative Performance hinlegen wird.

Hierfür spricht, dass der Automobilzulieferer in seinem Auftragsbestand 2020 sogar ein kleines Plus im Vergleich zum Vorjahr erzielen konnte. Auch die spannenden Aufträge und Kooperationen in den Bereichen Wasserstoff und E-Mobilität könnten den Kurs der ElringKlinger-Aktie weiter antreiben.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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