ElringKlinger: Die Investitionen belasten noch

Die Aktie des deutschen Autozulieferers ElringKlinger ist seit einiger Zeit unter Druck. Das dürfte sich aber bald ändern. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Zu Beginn der vergangenen Woche habe ich Ihnen an dieser Stelle über das spannende Thema Wasserstoff berichtet und Ihnen in dem Zusammenhang das österreichische Unternehmen Voestalpine vorgestellt, das bei der Energiegewinnung unter anderem auf Wasserstoff setzt.

Heute stelle ich Ihnen mit dem deutschen Autozulieferer ElringKlinger ein weiteres Unternehmen vor, das in diesem Bereich (aber auch im Bereich Elektro-Mobilität) tätig ist. ElringKlinger hat stürmische Zeiten hinter sich. Der Kurs der ElringKlinger-Aktie entwickelte sich zuletzt alles andere als positiv.

Dennoch ist die Elring-Aktie aus meiner Sicht mittel- bis langfristig durchaus interessant. Warum das so ist, erfahren Sie gleich. Zunächst möchte ich aber auf die jüngste Gewinnwarnung des Unternehmens eingehen.

ElringKlinger kürzt die eigene Gewinnprognose für 2018

ElringKlinger hat vor einigen Tagen seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr nach unten angepasst. Daraufhin ist die Elring-Aktie an der Börse erneut unter Druck geraten.

Denn ausgehend vom Jahreshoch hatte das Papier zuvor schon im deutlich zweistelligen Prozentbereich verloren, sodass aus meiner Sicht schon viel Negatives eingepreist war. Aber im aktuellen Marktumfeld werden Werte, die ihre Prognose kappen, an der Börse doppelt und dreifach abgestraft.

Kommen wir nun zu den Gründen für die korrigierte Ergebnisprognose: Elring führt vor allem gestiegene Rohstoffkosten und hohe Sonderkosten in den USA als Gründe an. Es soll im laufenden Jahr jedoch lediglich die Ergebnismarge sinken.

ElringKlinger Aktie: Automobilzulieferer weiter auf KursIn der heutigen Ausgabe des Aktien Profils wird die ElringKlinger Aktie analysiert. › mehr lesen

Das bedeutet: Der Gewinn wird niedriger ausfallen als ursprünglich erwartet, der Umsatz jedoch nicht (schlimmer wäre es, wenn die Kunden die Elring-Produkte nicht mehr kaufen würden und der Umsatz eingebrochen wäre). Insofern sehe ich die Meldung bei weitem nicht so kritisch wie die Marktteilnehmer, die daraufhin ihre Papiere deutlich unter dem fairen Wert verkauft haben.

Hinzu kommt: Die mittelfristigen Perspektiven des Unternehmen sind weiterhin positiv. Elring macht zwar immer noch einen guten Teil seines Umsatzes mit Technologie rund um den Verbrennungsmotor, ist aber auch im Bereich Elektro-Mobilität sehr gut aufgestellt und setzt zudem seit Jahren auf Wasserstoff-Antrieb.

Elring setzt auf mehrere Technologien und das ist richtig

Wie schon mehrfach geschrieben: Da ich nicht erwarte, dass sich in den kommenden Jahren in der Automobilbranche eine einzelne Technologie durchsetzt, ist es strategisch richtig, dass Elring Produkte für Verbrennungsmotoren, Elektro-Motoren und Brennstoffzellen (Wasserstoff) erforscht und baut.

Wer einseitig auf nur eine Technologie setzt und damit auf das falsche Pferd setzt, wird vom Markt verschlungen. Diesen Fehler macht Elring nicht, auch wenn die Abdeckung der drei Technologien in der Startphase an der Gewinnmarge knabbert.

Auf mittlere Sicht bleibt die Aktie aussichtsreich, auch wenn die jüngste Entwicklung enttäuschend ist. Anleger mit Weitsicht und Geduld können die derzeit sehr günstigen Kurse zum Einstieg nutzen.

Wenn es im Handelsstreit zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern wie der EU und China zu einer Einigung kommt und am Ende vielleicht sogar eine generelle Abschaffung der gegenseitigen Zölle auf Automobilexporte dabei herauskommen sollte, wäre das wie eine Art Konjunkturprogramm für die gesamte Branche und würde auch der Elring-Aktie helfen.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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