ElringKlinger setzt auf Wasserstoff und E-Mobilität

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Der deutsche Autozulieferer ElringKlinger leidet unter dem schwachen Automarkt – ist aber aussichtsreich positioniert. (Foto: Nordroden/Shutterstock)

Wenn Sie den Schussgong schon länger verfolgen, wissen Sie, dass ich in Sachen Mobilität auf einen Mix aus verschiedenen Technologien setze. Meines Erachtens brauchen wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren einen vernünftigen Mix aus modernen Verbrennungsmotoren, E-Mobilität und Wasserstoffantrieben.

Die letztgenannte Antriebsform halte ich langfristig für besonders spannend, speziell dann, wenn schwere Lasten zu transportieren sind und Batterien an ihre Leistungsgrenzen stoßen. Denn Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft, mit dem unter anderem die emissionsfreie Mobilität in den wesentlichen Volumensegmenten realisiert werden kann.

Ein Unternehmen, das alle Antriebsformen abdeckt und auf das ich jetzt näher eingehen möchte, ist der deutsche Autozulieferer ElringKlinger.

ElringKlinger setzt auf verschiedene Zukunftstrends

Der deutsche Autozulieferer ElringKlinger hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gute Geschäfte mit Zylinderkopfdichtungen gemacht. Diese Dichtungen werden nicht mehr gebraucht, wenn es keine Verbrennungsmotoren mehr gibt.

Bis dahin wird es noch eine ganze Weile dauern. Dennoch litt ElringKlinger unter der schwächelnden Nachfrage in der Automobilindustrie. Dementsprechend litt auch der Kurs der ElringKlinger-Aktie. Das Papier sackte von über 30 Euro im Jahr 2015 auf unter 5 Euro im Sommer dieses Jahres ab.

Ausgehend vom aktuell sehr niedrigen Kursniveau bietet die Aktie jedoch für spekulativ orientierte Anleger Potenzial nach oben. Denn das Familienunternehmen ElringKlinger setzt bereits seit einigen Jahren auf die wichtigen Zukunftstrends im Bereich der Mobilität.

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ElringKlinger ist schon seit rund 20 Jahren in der Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellen tätig und tritt im Markt sowohl als System- als auch als Komponentenlieferant auf. Einsatzbereiche sind Busse und PKW, aber auch industrielle Anwendungen im mobilen Bereich wie kleine Nutzfahrzeuge und Flurförderzeuge.

Spannende Kooperation

ElringKlinger meldete kürzlich eine spannende Kooperation. Das Unternehmen rüstet unter anderem drei Fahrzeuge der niederländischen Firma VDL Groep mit Brennstoffzellensystemen aus, die dann vom belgischen Einzelhandelskonzern Colruyt im realen Betrieb getestet werden sollen.

Später soll das ElringKlinger-Brennstoffzellenmodul auch in Stadt- und Langstreckenbussen Anwendung finden. Ebenfalls positiv: Die jüngsten Zahlen von ElringKlinger zeigen auch einen operativen Turnaround.

Der Umsatz legte in den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres um 6,4% auf 1,31 Mrd. Euro zu. Die bereinigte operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) verbesserte sich im laufenden Jahr immer weiter. Nach 1,6% im 1. Quartal stieg sie im 2. Quartal auf 2,5% und legte im 3. Quartal sogar auf 4,8% zu.

Auch das Programm zur Cashflow-Optimierung (Cashflow = Mittelzufluss) zeigt weiter Wirkung: Der operative Free Cashflow (freier Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit) lag im 3. Quartal bei 30,8 Mio. Euro und erreichte nach den ersten 9 Monaten einen Wert von 110,1 Mio. Euro.

Darüber hinaus hat das ElringKlinger-Management den Ausblick für das laufende Jahr trotz des anhaltend schwierigen Marktumfelds bestätigt. In den vergangenen Tagen gab die ElringKlinger-Aktie wieder etwas stärker nach. Zuvor hatte das Papier, das aus meiner Sicht mittelfristig spannend ist, jedoch eine stärkere Aufwärtsbewegung gezeigt.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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