EMC: Computer-Hersteller Dell bekommt grünes Licht für Milliarden-Übernahme

Dass man auch ohne Börsen-Notiz den wohl größten Deal des Jahres in der Technologie-Branche hinlegen kann, hat jetzt der Dell-Konzern gezeigt.

Denn nachdem nun auch die chinesische Wettbewerbs-Behörde die Zustimmung erteilt hat, ist der EMC-Deal jetzt endlich durch.

Auch wenn Dell die Berichte noch nicht offiziell bestätigt hat ist es sehr unwahrscheinlich, dass jetzt noch was dazwischenkommt.

Im Juli hatte bereits die Mehrheit der EMC-Aktionäre für den Deal gestimmt. Jetzt scheint der Weg für die 67 Mrd. Dollar schwere Übernahme des Datenspeicher-Spezialisten auch durch die Behörden freigeräumt.

Dell braucht 40 Mrd. Dollar von den Banken

Vor gut 2 Jahren hat Dell-Gründer Michael Dell in einem 25 Mrd. schweren Deal seine Firma von der Börse genommen.

Jetzt will er mit seinem Unternehmen und den bereits vorher beteiligten Finanz-Investoren Silver Lake noch einmal richtig loslegen.

Dabei greift der Computer-Bauer tief in die Taschen – stolze 67 Mrd. Dollar muss Dell für EMC auf den Tisch legen. Analysten schätzen, dass sich der Konzern 40 Mrd. Dollar für die Finanzierung von Banken besorgen muss.

Dell und seine Partner sollen nach Abschluss der Übernahme 70% an EMC halten. Geplant ist, dass Michael Dell das Ruder bei den beiden fusionierten Firmen weiter in der Hand hat.

Größter Wert liegt in der VMware-Beteiligung

Dabei hat der Deal eine ungewöhnliche Struktur, denn den größten Teil des EMC-Werts macht die 81%-Beteiligung an VMware aus. Die Firma sorgt dafür, dass Rechenzentren dank virtueller Computer effizienter laufen.

Entsprechend sollen die EMC-Aktionäre 24,05 Dollar in bar erhalten plus 0,111 VMware-Aktien als Tracking-Aktie, die den Wert der VMware-Papiere wiederspiegeln sollen, erhalten.

EMC – der Spezialist für Speicherplatz

Mit dem EMC-Deal setzt Dell auf zusätzliches Wachstum im Speicher-Geschäft. Denn das 1979 gegründete Unternehmen profitierte stark von der zunehmenden Digitalisierung der Informationen in den Unternehmen.

Mit seinen rund 70.000 Mitarbeitern erwirtschaftete der Technologie-Riese zuletzt einen Umsatz von 24,70 Mrd. Dollar. Für Sie zum Vergleich: Im Jahr 2002 lagen die Erlöse bei gerade einmal 5,4 Mrd. Dollar.

Unter dem Strich blieben zuletzt 1,99 Mrd. Dollar an Profiten hängen, was einer Gewinn-Marge von 8,06% entspricht – nicht schlecht, aber deutlich unter dem Vorjahr, als der Konzern bei ähnlichen Umsätzen einen Gewinn von 2,7 Mrd. Dollar eingefahren hatte.

Mit der Transaktion setzt Firmenchef Dell jetzt darauf, die Gewinn-Marge wieder zu steigern und besser mit seinen Rivalen wie etwa Hewlett-Packard konkurrieren zu können.

Aber auch EMC richtet sich aufgrund immer stärker werdenden Wettbewerbs durch internetbasierte Cloud-Dienste neu aus. Neben VMware setzt der Konzern mit der Tochter-Gesellschaft RSA Security auf Lösungen zur IT-Sicherheit.

Viele Veränderungen also, die angesichts eines sich wandelnden Marktes allerdings auch notwendig sind. Sehr viele Markt-Beobachter sind davon überzeugt, dass die EMC-Übernahme Dell stärker macht.

26. August 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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