Emmanuel Macron: Investmentbanker als neuer Präsident Frankreichs?

Der linksliberale Emmanuell Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen treten in der Stichwahl zum französischen Präsidentschafts-Amt am 7. Mai 2017 gegeneinander an.

Doch wer ist dieser Macron eigentlich wirklich, dem eine 2/3-Mehrheit an Stimmen vorhergesagt wird?

Sie wissen jetzt, dass er als früherer Investmentbanker eigentlich die Finanz-Eliten repräsentiert und nicht etwa ein Mann des Volkes ist.

Und auch für die Konzerne scheint er der richtige Mann zu sein.

Macron, der Unternehmer-Freund

Schon als Hollandes Präsidenten-Berater erwarb sich Macron den Ruf, stets ein offenes Ohr für Unternehmer zu haben. Er galt sogar als Anlaufstelle mächtiger Konzernchefs für den Präsidenten.

Diese Nähe zur Wirtschafts- und Finanz-Elite ist fatal für einen scheinbar unabhängigen Spitzenpolitiker.

Damit setzt er sich alles andere als über politische Regeln hinweg, wie er einmal schrieb, sondern macht genau da weiter, wo andere ebenfalls sind.

Schon alleine an den o. g. Beispielen sehen Sie, dass die Franzosen bei der Stichwahl am 7. Mai 2017 vielleicht einen Wolf im Schafspelz wählen werden – obwohl die Alternative auch nicht gerade rosig aussieht…

Ein Investmentbanker als neuer Präsident Frankreichs?

Vielleicht erinnern Sie sich, dass es bereits in Italien einmal einen technokratischen Präsidenten gab: Mario Monti.

Er war ebenfalls ein Banker; gehörte einst dem größten und mächtigsten Finanz-Institut der Welt an: Goldman Sachs.

Damals misslang das politische Experiment Reformen nach Silvio Berlusconi durchzusetzen gründlich. Denn für Montis Politik gab es im Parlament keine stabilen Mehrheiten.

Schwierige Aufgabe für Macron

Einige Experten sagen schon jetzt voraus: Emmanuel Macron wird es nicht anders ergehen – außer, er setzt seinen Wunschkandidaten als Premierminister ein.

Denn dieser ist letztlich für die Wirtschafts- und Sozialpolitik zuständig, die auch die Gesetze durch die Nationalversammlung bringen soll.

Der Präsident in Frankreich hingegen konzentriert sich traditionell auf die Außen- und Militärpolitik. Außerdem kommt ihm laut Verfassung die Rolle des Schiedsrichters zu.

Macron sucht schon jetzt Koalitions-Partner

Das alles wird schwierig.

Denn die Kandidaten der beiden großen Traditions-Parteien, François Fillon von den konservativen Republikanern und Benoît Hamon von den regierenden Sozialisten, sind bekanntlich schon im 1. Anlauf der Wahl gescheitert.

Daher bietet Macron den Gescheiterten und auch anderen, wie beispielsweise der Mitte-Partei MoDem, die Hand.

Er kann nur regieren, wenn er Koalitions-Partner – und damit eine Mehrheit in der Nationalversammlung – bekommt.

Welchen Wirtschaftskurs fährt Macron?

Und noch etwas sollten Sie in diesem Zusammenhang wissen: Gerade weil Macron auf Mehrheiten angewiesen ist, hielt er sich bislang mit seinem Wirtschafts-Programm bedeckt.

Nur eines ist bekannt: Ein nach ihm benanntes Gesetz schränkt die Rechte der Arbeitnehmer ein.

Gewinnt nach den USA die Finanze-Elite auch in Frankreich?

Sollte Emmanuell Macron die Wahl zum Amt des französischen Präsidenten gewinnen, dann bekommt das Land einen Vertreter der Finanz-Elite vorgesetzt; einen ehemals hochrangigen Rothschild-Banker.

Denken Sie in diesem Zusammenhang nur an die USA: Dort besetzen (Goldman Sachs-)Leute hohe Regierungs-Positionen!

Von wegen Verschwörung…

Da sage noch einmal einer, es wäre eine Verschwörungs-Theorie, dass Finanz-Eliten und ihre Strohmänner die Entwicklungen der Weltwirtschaft beeinflussen!

Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders und Marine Le Pen gewinnt die Stichwahl. Dann würde das große Zittern in der EU beginnen.

Wir können also alle zusammen gespannt sein.

2. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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