Ende des Euro: Schwarzer Montag an der Börse?

Die ruhige Börsen-Phase könnte bald ein Ende haben. Heute war es noch einmal etwas belebter wegen des Verfalls-Termins.

Ansonsten ist die Wahl in Frankreich das einzige Thema, das die Märkte zum Beben bringen kann – jedoch nur für den Fall, dass Marine Le Pen gewinnt; dahingehend ist sich die Presse einig.

Und ganz abwegig ist dies auch nicht; schließlich könnte die EU nach dem BrExit durch Le Pen den 2. kritischen Treffer in Folge einstecken müssen.

Die Rechtsanwältin hat ein ähnliches Programm wie Donald Trump; anstatt „America First“ heißt es hier nur „Vive la France!“

Macron hat die Nase vorn

Aktuell schreibt pünktlich vor der Wahl fast jede Zeitung, dass Emmanuel Macron – von der Fraktion der Sozialliberalen – vorne liegt.

Je nach Quelle hat er zwischen 24 und 30 % der Wählerstimmen. Marine Le Pen liegt dabei jeweils ein paar Prozentpunkte hinter ihm.

Trump ist nicht identisch mit Le Pen, dennoch gibt es hier Parallelen vor der Wahl: So wird in den Medien auch hier links vor rechts geschrieben:

Hillary gut – Trump böse / Macron gut – Le Pen böse.

Ob sich dadurch allerdings die Leute bei einer Umfrage vor der Wahl derart beeinflussen lassen und nicht zugegeben, dass sie rechts wählen, erfahren wir spätestens am Montag.

Vor einigen Jahren, als politische Meinungsäußerung noch nicht systematisch öffentlich bewertet wurde, waren die Prognosen noch genauer.

Wer darf wählen?

Nachdem sich hierzulande langsam die Aufregung über das kaum überraschende Ergebnis der Türkei-Wahl legt, werden die im Ausland lebenden Franzosen zur Abstimmung gebeten:

1,3 Mio. Ausgewanderte dürfen für Frankreich die Stimme abgeben. Insgesamt sind 47 Mio. Menschen wahlberechtigt. Es gibt dabei übrigens keine Briefwahl.

Im Gegensatz zu Deutschland wählen die Franzosen ihr Staatsoberhaupt selber. Wie bereits am Dienstag geschrieben, können gleich 4 Kandidaten in die Stichwahl kommen.

Diese gibt es übrigens nur, wenn es kein Kandidat auf über 50% der Stimmen schafft. Aktuell wird wohl keiner über 35% kommen. Somit ist eine Stichwahl mehr als wahrscheinlich.

À propos wahrscheinlich:

Selbst wenn Le Pen die meisten Stimmen in der 1. Runde holen sollte; die Prognosen sagen, dass Sie dennoch nur etwa 45% in der 2. Runde holen und somit die Wahl verlieren wird – das nur für Ihren Hinterkopf.

Und genau deshalb ist ein Beben am Montag nach der Wahl eher auszuschließen. Denn es fällt einfach noch keine endgültige Entscheidung bei dieser Wahl.

Die Stichwahl ist nämlich erst am 7. Mai. Danach kann die Börse immer noch implodieren.

Für Sie als Anleger heißt es deshalb: Ruhe bewahren; oder aktiv werden – aber dann nur extrem kurzfristig.

Wenn Le Pen in die Stichwahl geht und sogar die meisten Stimmen im 1. Wahlgang holt, könnten die Märkte am Montag nachgeben. Eine sofortige Erholung am Dienstag ist dabei durchaus ein mögliches Szenario.

Sollte der DAX am Montagabend also unter 11.900 notieren, gibt es aus den genannten Gründen keinen Grund für Panik-Verkäufe.

Der Unterschied zwischen Aktien und Optionen

Wer in den Optionen-Handel einsteigt, wird merken, wie unterschiedlich die beiden Produkte sind:

Als Aktionär halten Sie Unternehmens-Beteiligungen. Je nachdem wie gut diese Firma wirtschaftet, desto mehr wird Ihr Anteil wert.

Außerdem sind Sie berechtigt bei Abstimmungen Ihre Meinung zu sagen. Jede Aktie (=Beteiligung am Konzern) bekommt 1 Stimme.

Besitzer von Optionen erhalten keine Einladung zur Hauptversammlung.

Optionen haben einen Basiswert. Dieser spielt eine große Rolle, wenn es um den Wert der Option geht; doch nicht nur:

Es kommen noch Zeitwert und Handels-Volumen dazu, sowie natürlich die bekannten Griechen. Das sind wichtige Kennzahlen, die den Preis der Option deutlich beeinflussen können.

Im Gegensatz zu Aktien haben Optionen ein Verfallsdatum.

Als Aktionär können Sie die Aktie sogar behalten, wenn das Unternehmen in Konkurs geht. Sie ist dann natürlich wertlos, aber die Aktie verfällt an sich nicht.

Optionen sind wiederum quasi unendlich, was ihre Menge angeht. Es gibt keine begrenzte Stückzahl. Aktien gibt es nur in limitierter Auflage. Allein daraus wird der Wert geschöpft.

21. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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