Endlich eine Zwischenerholung! Jetzt kann es weiter abwärts gehen: die Ziele!

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

900 Punkte rauf und danach wieder 1.000 Punkte runter. So verlief der Tag im DAX. Viel Lärm um nichts und doch viel Strecke gemacht. Wo endet der Crash? (Foto: Deutsche Börse AG)

Das war schon verrückt, wie die Kurse jetzt in den letzten Tagen abgestürzt sind. Als gäbe es kein Morgen mehr. So ein Tag wie heute, war da überfällig! Die DAX-Werte lagen zum Teil weit über 10 Prozent im Plus. Am Ende haben sie dann doch wieder die Kurve gekriegt und sind nach unten gefallen. Ausreißer wie die Lufthansa können aber ein Plus von fast 8 Prozent noch halten.

Sogar das Sorgenkind Daimler schreibt heute 1,5 Prozent Plus. Der DAX ist gerade bei etwa Null. Dort wo wir heute früh um 9 Uhr angefangen haben, stehen wir schon wieder. Eigentlich schon darunter.

Das ist die ganz normale Volatilität und der ganz normale Wahnsinn, der gerade an der Börse stattfindet. In der Spitze standen wir heute beinahe bei 10.000 Punkten. Jetzt haben wir schon wieder die 9.000 im Visier.

8.700 Punkte und dann?

Dass die 8.700 Punkte noch kommen, daran zweifeln wohl die wenigstens. Das hat der heutige Handelstag auch wieder einmal bewiesen. Nach dem Intraday-Hoch ging es rund 900 Punkte nach unten.

Meisterstück-Chart: Die Crashs von 2008 bis 2020

Nehmen Sie sich ein paar Minuten, um den folgenden Chart anzuschauen. Ich habe Ihnen hier die Crashs der letzten 12 Jahre eingezeichnet. 2008 ging es 55 Prozent nach unten. 2015 waren es knapp 30 Prozent. 2018 sogar nur 24 Prozent. Wir sind aktuell bei 34 Prozent – quasi im Mittelfeld.

Wie weit die Kurse jetzt noch fallen können, habe ich Ihnen auch eingezeichnet. Keine der folgenden Aussagen muss am Ende korrekt sein, aber ein paar Zahlenspiele seien erlaubt. Schließlich wiederholt sich die Börse gerne. Warum nicht auch diesmal?

Die 8.700 Punkte waren das Tief von 2016. Solche Marken können immer noch einmal getestet werden. Für viele Charttechniker ist allerdings die 8.100 kriegsentscheidend. Dort liegt das Hoch vor der Finanzkrise. Wenn wir darunter fallen, brechen ganz andere Zeiten an. So viel Abstand ist das gar nicht mehr, bei dem rasanten Abverkauf, den wir erlebt haben. 1.000 Punkte kann der DAX am Tag verlieren.

Nachdem jetzt die Bundesliga-Spiele schon abgesagt wurden und Schulen sowie Kitas für 5 Wochen geschlossen bleiben, wird Corona sicherlich auch Deutschland noch lahmlegen. Bewachen Sie Ihre Hamsterkäufe! Wenn wir hier italienische Zustände haben, wir das DAX sicherlich auch noch weiter verlieren. Kurse unter 8.100 Punkte sind also vorstellbar. Wir dürfen nur nicht auf Monatsschluss darunter notieren. Ein Dip ist OK.

Zielprojektion Crash 2020

Ich habe mir einmal angeschaut, wann 2008 die erste Gegenbewegung losging. Dort habe ich vom Hoch vor dem Crash die Fibonacci-Levels angelegt. Also Start der Gegenbewegung ist 100 % – das Hoch 0 Prozent.

Genau bei der 262er Extension war 2008 bzw. 2009 dann das Tief. Verrückt, wie präzise die Börsen manchmal laufen können.

Spielen wir dasselbe Spiel beim diesjährigen Crash, startete die erste Gegenbewegung bei 11.624 Punkten. Die Projektion per Fibonacci zeigt uns die 262er Extension an: 8.112 Punkte!

Wenn wir also einen ähnlichen Crash wie 2008 aufs Parkett legen, könnte dort der Tiefpunkt erreicht sind. Das sind nur noch 1.000 Punkte vom heutigen Stand. Zugegeben, das wirkt etwas wenig und kaum zu glauben, dass dort schon Schluss sein soll.

Darunter gäbe es noch Zielmarken bei 7.600 und etwa 5.000 Punkten. Hoffen wir einmal nicht, dass wir in ein so tiefes Loch fallen. Es sei denn, Sie haben gerade eine hohe Cashquote. Dann wären solche Einstiegsmarken natürlich ein Paradies. Aber selbst bei 8.700 oder 8.112 Punkten kann in der vermutlich folgenden Kaufpanik immer noch reichlich verdient werden.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.