Energie für Ihr Depot?

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Satte 5% Dividendenrendite sprechen eine deutliche Sprache. Aber reicht das? Lesen Sie unsere Iberdrola-Analyse. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Bei spanischen Unternehmen denken Viele schnell an Iberdrola. Tatsächlich ist der Energieversorger mit der satten Dividendenrendite von 5% über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Doch hat das Unternehmen mehr zu bieten als nur eine gute Ausschüttung? Für uns müssen neben Dividenden auch die künftige Entwicklung und das aktuelle Geschäft stimmen. Lesen Sie, was wir von der Aktie von Iberdrola halten. Iberdrola S.A. zählt zu den größten Energieversorgern innerhalb Europas. Zum Kerngeschäft gehört die Erzeugung,

Übertragung, Verteilung und Vermarktung von Elektrizität und Naturgas. Mit seinen Dienstleistungen erreicht das Unternehmen rund 34,5 Mio Kunden, 11,8 Mio davon in Spanien. Das Unternehmen zählt außerdem zu den größten Erzeugern von Hydro-, Thermal- und Nuklearenergie in Spanien.

Iberdrola ist auf Wachstumskurs

Iberdrola blickt auf ein gutes 1. Halbjahr zurück. Im Zuge der Übernahme von Neoenergia in Brasilien legte der Umsatz um 17% zu. Die negativen Effekte aus der Währungsumrechnung wurden damit wettgemacht. Zudem profitierte Iberdrola von einer strikten Kostenkontrolle. Der Gewinn lag aufgrund des Wegfalls von Einmalerträgen leicht unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Sonderfaktoren wurde der Gewinn um 27% gesteigert.

Die Kehrseite der Medaille ist eine auf über 38 Mrd € gestiegene Finanzverschuldung. Mit Blick auf den stabilen Cashflow erscheint das Risiko noch vertretbar. Zudem wurde immerhin schon ein großer Teil des bis 2022 angesetzten Investitionsprogramms von 32 Mrd € umgesetzt oder in die Wege geleitet. Dies sollte sich positiv im frei verfügbaren Cashflow widerspiegeln und Iberdrola die Möglichkeit zur Entschuldung bieten.

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Zudem dürfte der Cashflow im weiteren Jahresverlauf steigen. Steigende Zölle in Brasilien und den USA begünstigen das Geschäft der ausländischen Tochtergesellschaften. Zudem profitiert Iberdrola von den anhaltenden Kapazitätsausweitungen, insbesondere im Segment Erneuerbare Energien. Für das 2. Halbjahr stellt das Unternehmen daher ein beschleunigtes Wachstum in Aussicht.

Warum wir nicht restlos überzeugt sind

Für das Gesamtjahr rechnen wir weiterhin mit einem Gewinn von 3 Mrd €, was mit Blick auf die wegfallenden Einmalerträge aus dem Vorjahr eine gute Leistung darstellt. Die Dividende wird laut Management im Einklang zur Gewinnentwicklung steigen. Damit bleibt Iberdrola ein ertragsstarkes Dividendenpapier.

Diese beiden Punkte sind für uns schon fast die halbe Miete: Bei Iberdrola passen Wachstum und Ausschüttung zusammen. Etwas schwieriger sehen wir aber die Lage in der Branche und auch den Verschuldungsgrad. Iberdrola ist keine schlechte Aktie, ein Überflieger sieht aber anders aus. Dividende hin oder her.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.