Energiebranche: Gestiegener Ölpreis facht Übernahme-Lust an

Die Energiebranche wird von Elite-Investoren 2018 favorisiert und ist ist auch für Übernahme-Jäger höchst attraktiv. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Die Turbulenzen an den Börsen gingen zu Wochenbeginn weiter. In den USA zeigten sich die Börsen am Ostermontag äußerst schwach. Besonders Technologie-Titel standen enorm unter Druck.

Nachdem Gerüchte auftauchten, dass der Smartphone-Pionier Apple den Plan einer eigenen Chipproduktion vorantreibt und mittelfristig in den Mac-Computern auf Intel-Chips verzichten könnte, ging es mit den Chip-Titeln deutlich bergab.

Chip-Aktien liefen in den vergangenen 12 Monaten sehr ordentlich – auch weil diverse Deals und Übernahme-Spekulationen die Bewertungen antrieben. Inzwischen sind die Investoren jedoch vorsichtiger geworden, nicht nur bei Chip-Aktien sondern auch in anderen Branchen.

Gestern riss der US-Leitindex S&P 500 die charttechnisch wichtige 200-Punkte-Linie, was kurzfristig auf weitere Marktturbulenzen hindeutet. Im ersten Quartal verzeichnete der Index das erste Minus seit 2016.

Analysten gehen zwar nach wie vor davon aus, dass die Turbulenzen nur kurzfristig sind, dennoch lohnt es sich zu schauen, was sich im ersten Quartal relativ stabil gezeigt hat. Schnell fällt dann der Energiesektor ins Auge.

Trotz schwachem Gesamtmarkt: Energiesektor legt im ersten Quartal zu

Aktien aus dem Energiesektor mussten in Folge der Ölpreiskrise 2014 und 2015 hohe Verluste hinnehmen, eher in 2016 ein überaus starkes Comeback mit Kurszuwächsen jenseits der 40% verzeichnet wurden.

Während es 2017 mehrheitlich seitwärts zuging, startete 2018 verheißungsvoll. Als einer der wenigen Sektoren konnte der Energiesektor Kursgewinne verbuchen. Viele Elite-Investoren haben sich bei Energie-Unternehmen positioniert, was darauf hindeutet, dass der Sektor 2018 auch weiterhin gut laufen könnte.

Übernahme-Volumen im Energiesektor 2017 verdoppelt: Weiterer Anstieg für 2018 erwartet

Die Chancen auf Kursgewinne im Energiesektor sind 2018 durchaus gut. Der gestiegene Verbrauch und Produktionsbeschränkungen lassen Analysten annehmen, dass der Durchschnittspreis der Öl-Marke WTI 2018 in der Region 60 bis 70 Dollar bleiben wird.

In den USA steigt dabei durch viele Schiefer-Öl-Produzenten die Produktionsmenge – die Gewinne steigen. Mit einer relativ guten Preisprognose und wachsenden Investitionen sorgt dies dann auch für eine gesteigerte Übernahme-Aktivität.

Bereits im Vorjahr verdoppelte sich das Deal-Volumen im Energie-Sektor auf 345 Mrd. Dollar. Es wird erwartet, dass in diesem Jahr das Volumen noch höher ausfallen wird. Im kommenden Jahr könnte das Volumen dann zwar infolge steigender Zinskosten etwas zurückkommen, wird allerdings immer noch auf über 300 Mrd. Dollar taxiert.

Attraktive Chancen im Energiesektor für Privatanleger – Ölpreis als wichtige Einflussgröße im Auge behalten

Aktuell ist schon wieder der nächste Milliarden-Deal im Energiesektor in der Pipeline. Der australische Gas-Produzent Santos hat ein 10,3 Mrd. Dollar schweres Übernahme-Angebot vom auf Energie-Unternehmen fokussierten US-Finanzinvestor Harbour Energy erhalten.

Im Juli vergangenen Jahres war das Unternehmen an der Börse nicht einmal halb so viel wert und selbst auf den gestiegenen Aktienkurs liegt die Prämie gegenüber dem gestrigen Schlusskurs noch bei fast 30%.

Aktien aus dem Energiesektor sind daher in diesem Jahr einen genaueren Blick wert. Die Strategie, dem „smart money“ der Elite-Investoren zu folgen könnte sich genau so lukrativ entpuppen wie die Spekulation auf eine Übernahme.

Wichtig ist aber dabei, dass Sie den Ölpreis im Auge behalten. Sollte der Ölpreis stärker unter Druck geraten als bislang angenommen wird, dann wird sich das schnell im Kurs bemerkbar machen. Und da der Ölpreis auch wichtige Einflussgröße für die Berechnung des fairen Übernahme-Preises ist, würde ein Rückgang auch zu kleineren Übernahme-Gewinnchancen führen.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Jens Gravenkötter. Zusätzlich erhalten Sie kostenlose E-Mail Updates zu den profitabelsten Börsengeschäften.

Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt