Energiemix: Nordeuropa setzt auf Wasserkraft und Atomenergie

Die vier nordischen Länder Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland sind relativ dünn besiedelt. Norwegen, Schweden und Finnland sind zudem sehr rohstoffreich. Das gibt ihnen die Möglichkeit in der Energiepolitik eigene Wege zu gehen und in der Tat werden beim Blick auf den Engergiemix Nordeuropas  einige Besonderheiten offenbar.

Mit Blick auf den Energiemx Nordeuropas stellen sich die vier Länder keineswegs als homogene Gruppe dar, sondern es gibt große Unterschiede sowohl hinsichtlich der Energiemenge, die erzeugt wird als auch hinsichtlich der Energieträger. Den geringsten Beitrag zur Gesamtleistung von rund 400 TWh liefert Dänemark.

Unser nördlicher Nachbar liefert mit 38 TWh nicht nur absolut einen deutlich niedrigeren Beitrag als Finnland mit 78 TWh, Norwegen mit 138 TWh und Schweden mit 143 TWh, sondern weist auch einen Energiemix aus, der sich deutlich von dem der anderen nordischen Länder unterscheidet.

In Dänemark wird die Masse des Stroms noch immer aus fossilen Energieträgern gewonnen. Kaum Bedeutung für die Stromerzeugung haben die Biomasse und die Kernenergie. Wasserkraft und Müllverbrennung spielen ebenfalls eine untergeordnet Rolle.

Die Windkraft als regenerative Energiequelle ist mit knapp 9 TWh der zweitwichtigste Energieträger im Land. Da außer in Dänemark nur noch in Schweden in nennenswertem Umfang Strom aus Windkraft erzeugt wird, ist Dänemark fast im Alleingang für den 3%-igen Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung aller nordischen Staaten verantwortlich.

In Norwegen kommt der Strom fast zu 100% aus Wasserkraft

Ein Extrem ist sicher der Energiemix Norwegens. Obwohl das Land über Erdöl und Erdgas aus der Nordsee verfügt, wird der elektrische Strom beinahe vollständig in Wasserkraftwerken erzeugt.

Zwar verfügen auch Schweden und Finnland über zahlreiche Wasserkraftwerke, allerdings fällt hier der Anteil der Wasserkraft deutlich geringer aus als in Norwegen. Schweden bezieht nicht einmal die Hälfte seines Stroms aus Wasserkraft, in Finnland sind es nicht einmal 25%.

In allen vier nordischen Ländern kommt die Wasserkraft mit 214 TWh auf einen Anteil von 54% am gesamten Energiemix. Bei diesen Zahlen ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Anteil der Wasserkraft sehr stark schwanken kann. Vom Durchschnittswert sind sind Abweichungen von +/- 40 TWh möglich. Damit können die Abweichungen so hoch ausfallen wie die gesamte Stromerzeugung Dänemarks.

Wasser und Kernenergie teilen sich in Schweden den Markt

In Schweden wird die Masse der elektrischen Energie durch Wasserkraft und Kernenergie erzeugt. Müllverbrennung, Windkraft und fossile Brennstoffe werden zwar auch eingesetzt, kommen aber insgesamt auf einen verschwindend geringen Anteil am Energiemix. Es dominieren klar die Wasser- und Kernkraftwerke, die beide jeweils mehr als 60 TWh zur Energieerzeugung beitragen.

Einen nennenswerten Beitrag zum schwedischen Energiemix leistet auch die Biomasse. Nur in Schweden und Finnland spielt die Biomasse in Nordeuropa eine etwas größere Rolle. In allen vier nordischen Ländern zusammen liegt ihr Anteil am Energiemix bei 19 TWh oder gut 5%.

Damit ist der Anteil der Biomasse an der Stromerzeugung höher als jener der Windenergie aber immer noch deutlich geringer als der der Kernenergie, die in allen vier nordischen Ländern einen Anteil von 22% an der gesamten Stromerzeugung ausmacht.

Finnland erzeugt seinen Strom auf klassische Art

In Finnland dominieren die fossilen Brennstoffe und die Kernenergie den Markt. Zusammen sind sie für gut zweidrittel der Energieerzeugung verantwortlich. Die Wasserkraft ist in Finnland der drittstärkste Energieträger, kommt aber auf nicht einmal 25%. Nur im Zusammenspiel mit der Biomasse erreichen beide einen Anteil von über 30% an der gesamten Stromerzeugung.

In allen vier nordischen Ländern dominiert die Wasserkraft mit 54% auch wenn in Dänemark kein einziges Wasserkraftwerk betrieben wird. Nahezu gleichstark folgen die Kernenergie mit 22% und die fossilen Brennstoffe mit 16% auf den Plätzen zwei und drei.

Danach wird der Abstand größer. Mit 5% folgt die Biomasse auf Platz vier, vor der Windenergie mit 3% auf Platz fünf. Nur noch eine statistische Randnotiz ist die Stromerzeugung in Müllheizkraftwerken. Sie liefert gerade mal 1% der erzeugten Strommenge.


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27. Januar 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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