Energiewende: Große Wasserstoffnetze in Planung

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Die deutschen Gasnetzbetreiber planen den Aufbau eines riesigen Wasserstoffnetzes. Auch in den USA sind Wasserstoff-Pipelines ein aktuelles Thema. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Eine gute Nachricht für uns alle: Der lange Zeit von der (deutschen) Politik vernachlässigte Energieträger Wasserstoff gewinnt rasant an Bedeutung. Wenn Sie meinen Newsletter und meine Börsendienste schon länger verfolgen, wissen Sie, dass ich dieses Thema seit Jahren intensiv bearbeite und regelmäßig darüber berichte. Heute widmen wir uns hier im Schlussgong dem Ausbau der Wasserstoffnetze.

Das US-amerikanische Unternehmen Air Products hat kürzlich einen vielversprechenden Wasserstoff-Großauftrag gemeldet. Der Auftrag umfasst den Bau einer 700 Meilen langen Wasserstoff-Pipeline von Texas City nach Baytown, die an das weltweit größte Wasserstoff-Pipeline-System angeschlossen werden soll.

Air Products hat übrigens schon im vergangenen Jahr ein europaweites Projekt zur Zertifizierung von erneuerbarem Wasserstoff gestartet.

Deutsche Gasbranche plant riesiges Wasserstoffnetz

Die Gasnetzbetreiber hierzulande planen den Aufbau eines riesigen Wasserstoffnetzes mit einer Gesamtlänge von 5.900 Kilometern. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, so Ralph Bahke, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas).

Die Gasbranche ist der Politik damit (leider) einen großen Schritt voraus. Die Bundesregierung macht in diesem Zusammenhang einmal mehr eine unglückliche Figur und ist mit ihrer Wasserstoffstrategie bereits seit Wochen in Verzug.

Ohne politischen Rückenwind sind die Pläne der Betreiber aber kaum umsetzbar. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass es politischen Rückenwind geben wird. Nur leider später als es zu wünschen gewesen wäre.

Zur Erläuterung: Die Vereinigung FNB Gas repräsentiert die Betreiber deutscher Ferngasleitungen. Zu den Betreibern gehören unter anderem bekannte Unternehmen wie Thyssengas. Zusammen betreiben sie ein 40.000 Kilometer langes Netz.

Brennstoffzellen ideal bei schweren Lasten

Ein Vorteil: Bei ihren Wasserstoffplänen können die Unternehmen zu 90% auf das bestehende Gasnetz setzen. Klimaneutraler Wasserstoff könnte im Industrie- und im Mobilitätssektor eine wichtige Rolle übernehmen.

Letzteres ist ein wichtiger Punkt: Denn nach meiner Einschätzung denken zu viele im Zusammenhang mit Wasserstoff und Brennstoffzellen nur an den Mobilitätssektor und dort auch noch vorrangig an den PKW-Markt.

Das ist aus meiner Sicht ein Fehler! Denn es gibt wesentlich vielversprechendere Einsatzmöglichkeiten für diese Technologien als im PKW-Bereich. Der Einsatz der Brennstoffzellentechnologie dürfte beispielsweise bei LKW, Schiffen und Zügen viel sinnvoller sein. Vereinfacht gesagt: Je schwerer die Last, die bewegt werden muss, desto größer die Vorteile der Wasserstoff-Technologie im Vergleich zu E-Batterie-Lösungen.

Ich sehe großes Potenzial für Wasserstoff

Da ich mittel- und langfristig großes Potenzial für Wasserstoff und die Brennstoffzellentechnologie sehe, finden sich in meinem Börsendienst Depot-Optimierer entsprechende Aktien-Empfehlungen.

Auch hier im Schlussgong bespreche ich von Zeit zu Zeit aussichtsreiche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Investments. Ich warne allerdings gleichzeitig vor überteuerten Wasserstoff-Aktien von Unternehmen, die bisher kaum Umsatz, dafür aber hohe Verluste aufweisen und nur von der Hoffnung auf bessere Zeiten leben. Nicht jedes Geschäftsmodell auf Wasserstoff-Basis ist aussichtsreich.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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