Entnahmeplan: So steuern Anleger ihre Risiken und Rendite

GeVestor zeigt Ihnen, wie Sie die Risiken und Renditen bei einem Entnahmeplan steuern können. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Anders als bei den Banksparplänen gibt es hierbei keine garantierte Mindestverzinsung. Gleichwohl werden Sie mit einem Auszahlungs oder Entnahmeplan bei einer Kapitalanlagegesellschaft meistens besser abschneiden als mit einem BankEntnahmeplan.

Denn die Garantie der Bank bezieht sich immer nur auf den derzeitigen Zins, der auf ein Rekordtief gefallen ist. Dass der Zins aber die nächsten 4 Jahre auf dem niedrigen Niveau bleibt, ist unwahrscheinlich.

Die Bank gewährt Ihnen auch innerhalb dieser Garantiezeit keine höheren Zinsen, falls die Zinsen inzwischen gestiegen sein sollten.

Ihre monatlichen Auszahlungsbeträge bei Kapitalerhalt

Der langfristige Rentenzins hat sich derzeit auf einem Niveau von 4,8 bis 4,9% eingependelt. Das ist die Rendite, die Sie mit öffentlichen Anleihen im Laufzeitbereich von 8 bis 15 Jahren erzielen.

Das ist also eine Art Mindestverzinsung, die der Rentenmarkt im Augenblick hergibt. Und diese Mindestverzinsung dürfte auch ein Entnahmeplan mit einem Rentenfonds in den nächsten Jahren bringen. Auf längere Sicht erscheint sogar mehr möglich.

Sie sehen allerdings, dass der angenommene Mindestsatz von 4,5% noch unter der aktuellen Rentenrendite liegt. Es besteht also durchaus noch ein Spielraum nach oben. Auf der anderen Seite können Sie nicht ohne weiteres von den Renditen der Vergangenheit auf die künftigen Renditen schließen.

Aus den Angaben ersehen Sie: Jedenfalls in der Vergangenheit brachten die deutschen Rentenfonds eine deutlich bessere Rendite als die in der Beispielrechnung unterstellte Mindestverzinsung.

Aber Sie sollten vorsichtig sein und langfristig eher mit niedrigeren Größen kalkulieren. Die Vergangenheitswerte können Sie nur sehr begrenzt als Basis für Ihre Kalkulation nehmen. Bedenken Sie, dass die hohen Vergangenheitsrenditen der Rentenfonds im wesentlichen

Mit Entnahmeplänen bei Fonds sind Sie äußerst flexibel

Ein wesentlicher Vorteil der Entnahme oder Auszahlungspläne der Fondsgesellschaften ist die große Flexibilität. Sie sind nicht an eine einmal gefällte Entscheidung über die Höhe der Entnahme gebunden.

Wenn Sie beispielsweise sehen, dass die laufenden Erträge aus der Fondsanlage nicht mehr ausreichen, um den festgelegten monatlichen Betrag entnehmen zu können, ohne dass Sie das Kapital angreifen, können Sie die monatliche Entnahme entsprechend reduzieren, so dass die Vermögenssubstanz erhalten bleibt.

Das gilt auch für die Entnahme mit Verzehr des Kapitals. Stellen Sie fest, dass bei der aktuellen Marktentwicklung Ihr Kapital früher als nach der gewünschten Zeit aufgezehrt ist, können Sie die monatliche Entnahme so vermindern, dass der geplante Zeitraum am Ende doch noch erreicht wird.

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Umgekehrt passen Sie Ihre Entnahme nach oben hin an, wenn Sie sehen, dass die Marktentwicklung günstiger verläuft, als Sie dies ursprünglich erwartet hatten.

Sie haben aber auch die Möglichkeit, für einige Zeit ganz auf eine Auszahlung zu verzichten. Sie können auch Sonderentnahmen vornehmen oder den Betrag durch eine zusätzliche Einmalzahlung wieder auffüllen.

Beachten Sie aber, dass Sie solche Entscheidungen selbst treffen müssen. Die Kapitalanlagegesellschaft passt nicht von sich aus die Entnahmebeträge entsprechend der Wertentwicklung an, sondern stellt den Entnahmeplan so um, wie Sie ihr dies vorgeben.

Besonders vorteilhaft: die Kombination aus Aktien und Rentenfonds

Sie können sich bei FondsAuszahlungsplänen je nach persönlicher Risikobereitschaft und Anlegermentalität statt dessen auch für einen Mix aus verschiedenen Rentenfonds entscheiden. Beispielsweise haben manche im Ausland anlegende Rentenfonds in der Vergangenheit eine bessere Performance erzielt.

Allerdings dürfen Sie die damit verbundenen Währungsrisiken nicht außer acht lassen. Maximal mit 1/3 der Anlagesumme können Sie solche Fonds Ihrem Auszahlungsdepot beimischen, wenn Sie die höheren Währungsrisiken in Kauf nehmen wollen.

Langfristig werden Sie aber mit einem Mix aus Aktien und Rentenfonds sehr viel besser fahren.

Wie Sie wissen, bringen Aktien auf Dauer eine höhere Rendite als Renten. Aber Aktien sind auch stärkeren Kursschwankungen unterworfen. Bei einem Entnahmeplan auf der Basis von Aktienfonds wird das CostAveragePrinzip umgekehrt.

Das heißt: Bei fallenden Aktienkursen müssen mehr Anteile verkauft werden als bei steigenden, um Ihre monatliche Entnahme zu finanzieren. Um diesen Nachteil von reinen AktienEntnahmeplänen auszugleichen, empfiehlt es sich, eine Anlagemischung aus Aktien und Rentenfonds zu wählen.

Wenn Sie flexibel genug sind, auch eine Zeitlang auf Entnahmen zu verzichten, könnten Sie den Aktienanteil auch etwas höher, beispielsweise mit 50%, gewichten.

Wir haben einmal als Beispiel dafür ausgerechnet, was ein Auszahlungsplan gebracht hätte, bei dem 100.000 € am 31.5.2011 je zur Hälfte in den Aktienfonds Dekafonds (deutsche Aktien) und in den Dekarent (internationale Anleihen) investiert worden wären.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 20 Jahre lang – also bis zum 31.5.2031 – hätten Sie daraus 679 € erhalten, ohne dass Ihr Kapital angegriffen worden wäre. Bei Kapitalverzehr wären es monatlich 805 € gewesen. Darin sind alle Kosten – vor allem der Ausgabeaufschlag für den Erwerb der Fonds zu Beginn des Auszahlungsplans – bereits berücksichtigt worden.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.