Entwarnung auf dem Stahlmarkt?

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Die beschlossene Senkung der Kapazitäten chinesischer Stahlproduzenten könnte den europäischen Stahlsektor stützen. Hier mehr dazu: (Foto: nitpicker / shutterstock.com)

Der Billigstahl aus China hinterlässt derweil auch bei den Produzenten Spuren: Eine Vielzahl von oftmals staatlich gelenkten chinesischen Betrieben leidet unter hohen Schulden.

Daher beschloss die chinesische Regierung im vergangenen Jahr die Kapazitäten deutlich zu senken. Dies geschieht u. a. durch eine Branchen-Konsolidierung.

So soll beispielsweise der chinesische Staatskonzern Baosteel Iron and Steel den Konkurrenten Wuhan Iron and Steel übernehmen.

Weitere Zusammenschlüsse sind geplant. Sinkt die Kapazität wie geplant, könnte dies den europäischen Stahlsektor mittelfristig stützen.

ArcelorMittal profitiert von höherer Nachfrage

Das Stahlgeschäft verbesserte sich im 1. Halbjahr dank höherer Preise und niedrigerer Kosten. Auch bei Eisenerz konnten steigende Preise verbucht werden.

So hat der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal das operative Ergebnis im 1. Halbjahr um mehr als die Hälfte auf 4,3 Mrd. $ gesteigert.

Der Umsatz wuchs von 28,1 auf 33,3 Mrd. $. Außerdem kam der Konzern mit dem Schulden-Abbau voran.

Für die weitere Entwicklung zeigte sich das Unternehmen, das in einigen Bereichen mit thyssenkrupp konkurriert, zuversichtlich:

Das Umfeld verbessere sich, die Nachfrage sei positiv. Die Auslieferungen dürften im 2. Halbjahr höher ausfallen.

Das hohe Niveau der Stahlimporte bereitet ArcelorMittal aber nach wie vor Sorgen.

Die Zukunft ist da

Mehr als 160 Jahre nach der Erfindung des konventionellen Aufzugs stellt thyssenkrupp mit MULTI weltweit den 1. seillosen, auch horizontal fahrenden Aufzug vor.

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Dies ist ganz klar ein Schritt in eine neue Ära der Aufzug-Technik.

Mit OVG Real Estate hat thyssenkrupp bereits den 1. Kunden, der den MULTI in einem prestigeträchtigen neuen Hochhaus in Berlin einbauen wird.

Die Produkt-Vorstellung stärkt die führende Stellung des Big Players im Stahlgeschäft beim Wandel der Aufzug-Industrie.

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung hat sich der Großkonzern im Februar mit Ternium über den Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA verständigt.

Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbs-Behörden und soll bis zum 30. September 2017 vollzogen werden.

KlöCo kehrt nach Krisenjahr in die Gewinnzone zurück

Nach dem Krisenjahr 2015 kehrte KlöCo 2016 in die Gewinnzone zurück. Gut vorangekommen ist der Stahlhändler bei der Umsetzung seiner Strategie „Klöckner & Co 2020“:

So wurde der über digitale Kanäle generierte Umsatz-Anteil auf 15% im 2. Quartal 2017 gesteigert.

Weiter ausgebaut werden soll das Digital-Geschäft über die in Österreich und den Niederlanden neuen Onlineshops.

Erweitert wurde auch das Geschäft mit höherwertigen Produkten und Dienstleistungen:

Am Standort in Bönen wurde der 1. Teil eines Service- Centers zur Verarbeitung von Aluminium-Flachprodukten für die Auto- und verarbeitende Industrie in Betrieb genommen.

Bereits 2018 soll die Großinvestition über rund 35 Mio. € die volle Verarbeitungs-Kapazität von 80.000 t Aluminium pro Jahr erreichen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.