E.ON-Abspaltung Uniper geht an die Börse

Der deutsche Leitindex DAX konnte heute leicht zulegen und kletterte auf 10.622 Punkte.

Kurz vor der internationalen Notenbank-Konferenz halten sich viele Anleger mit Käufen und Verkäufen zurück.

Spätestens ab September kommt jedoch wieder Schwung in den Markt: Schon Mitte September geht das Energie-Unternehmen Uniper an die Börse.

Bei Uniper handelt es sich um eine Abspaltung des Energie-Riesen E.ON.

Erfahren Sie jetzt, wie es um Uniper bestellt ist, was der Uniper-Börsengang für Eon-Aktionäre bedeutet und wie der Börsengang im Detail ablaufen wird.

In dieser Woche legte Uniper die Zahlen für das 1. Halbjahr 2016 vor. Zwar wäre das Unternehmen dazu eigentlich noch gar nicht verpflichtet gewesen.

Doch Uniper-Chef Klaus Schäfer wollte den Analysten vor dem Börsengang aktuelle Zahlen liefern, damit sich diese ein besseres Bild von seinem Konzern machen und eine aktuelle Bewertung vornehmen können.

Die Zahlen von Uniper im Überblick

Die schlechte Nachricht ist, dass Uniper für das 1. Halbjahr 2016 einen Netto-Verlust von 3,9 Mrd. € ausweist. Dieser resultiert v. a. aus Wertberichtigungen und sogenannten Drohverlust-Rückstellungen in Höhe von 3,8 Mrd. €.

Operativ lief es etwas besser. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beläuft sich auf 1,5 Mrd. € und übertrifft damit den Vorjahreswert um 50%.

Allerdings lag das vergleichsweise gute Abschneiden im operativen Geschäft ausschließlich am Großhandel.

Dort profitierte Uniper von besseren Konditionen im Einkauf von russischem Gas, da die Liefer-Verträge erfolgreich nachverhandelt werden konnten.

Bei der Stromproduktion lief es dagegen alles andere als rund bei der E.ON-Abspaltung Uniper:

In Europa verringerte sich der Gewinn vor Zinsen, Steuer und Abschreibungen (EBITDA) um rund 20% von 500 auf 400 Mio. €. Im europäischen Stromgeschäft leidet Uniper v. a. unter der Energiewende.

Außerhalb Europas lief es sogar noch schlechter für Uniper: Hier verringerte sich das EBITDA aus der Stromerzeugung sogar von 150 Mio. € auf nur noch 5 Mio. €.

Schuld daran war insbesondere ein Brand in einem Kraftwerk in Russland. Daher sollte dieser Einbruch nicht allzu hoch gehängt werden, denn er resultiert v. a. aus einem negativen Einmal-Effekt.

Was der Uniper-Börsengang für E.ON-Aktionäre bedeutet

Für E.ON-Aktionäre bedeutet der Börsengang von Uniper folgendes: Jeder E.ON-Aktionär erhält für 10 seiner E.ON-Aktien jeweils 1 Uniper-Aktie. Dies geschieht automatisch, ohne dass Sie dafür etwas tun müssen.

E.ON gibt zunächst 53% seiner Anteile ab. Der Börsen-Prospekt soll Anfang September veröffentlicht werden. Das bedeutet, dass der Börsengang selbst wohl Mitte September über die Bühne gehen wird.

Denn üblicherweise liegen zwischen Veröffentlichung des Börsen-Prospekts und der Erstnotiz rund 2 Wochen. Der Tag der Erstnotiz wird voraussichtlich ein Montag sein.

Zudem besteht die Aussicht, dass die Uniper-Aktie im Dezember dieses Jahres in den MDax, den Aktienindex für mittelgroße Unternehmen, aufgenommen wird.

Vom Kauf von Uniper-Aktien rate ich zunächst ab, da ich grundsätzlich empfehle, sich nicht an Börsengängen zu beteiligen, sondern die Aktie gegebenenfalls etwas später zu kaufen, wenn erste Quartals-Berichte vorliegen und das Geschäft damit besser beurteilt werden kann.

24. August 2016

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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