E.ON-Aktie: Zukunfts-Turbo Elektromobilität?

Aus Sicht der Energie-Riesen war 2016 ein Jahr zum Abhaken.

Insbesondere die E.ON-Aktie geriet unter die Räder und bildet unmittelbar vor den Feiertagen das DAX-Schlusslicht mit einem Verlust von rund 25% im laufenden Kalenderjahr.

Auch beim Blick auf die Eigenkapitalrendite dürfte manch einem Aktionär schwindelig geworden sein:

Diese sprang kürzlich in absurde Bereiche von 10.000% und mehr, was jedoch buchhalterischen Finessen und internationalen Bilanz-Regelungen geschuldet war.

Panik vor einer etwaigen Insolvenz ist also fehl am Platz, nach deutschem Recht ist alles in Ordnung und E.ON wird voraussichtlich im positiven Bereich bleiben.

Dennoch wurden Geduld und Verständnis der Anleger in den vergangenen Monaten und Jahren teilweise arg strapaziert.

E.ON-Aktie: Wichtige Weichenstellungen

Die einzig positive Nachricht bleibt daher der Blick in die Zukunft. Hier wurden gerade 2016 wichtige Weichen gestellt, nicht zuletzt durch die Abspaltung von Uniper.

In die neu gegründete Tochterfirma, von der sich E.ON jedoch zum Jahresende komplett trennen will, wurden Teile der Infrastruktur sowie das Geschäft mit Kraftwerken, die auf fossile Energieträger setzen, ausgelagert.

Entgegen ursprünglicher Erwartungen konnte sich Uniper inzwischen auch recht erfolgreich an der Börse behaupten:

Seit der Platzierung der Uniper-Aktie am 12. September 2016 konnte das Papier seinen Wert um fast 1/4 steigern, zuletzt kostete es mehr als 12 €.

Bekanntlich hat E.ON-Konkurrent RWE ein ähnliches Konzept verfolgt und im ausklingenden Jahr ebenfalls einige Geschäftsbereiche in die Tochter Innogy ausgelagert, die sich vornehmlich auf die erneuerbaren Energien konzentriert.

Die Aktienkurse haben hier jedoch den gegenteiligen Verlauf erlebt:

Während die Innogy Aktie seit ihrem Launch Ende September rund 10% eingebüßt hat, bewegt sich RWE im Jahresverlauf nur noch knapp im roten Bereich und nahe der Null-Linie.

Zukunfts-Strategie: Elektromobilität

Ab 2017 soll es für die Ökostrom-Geschäfte, die nun einerseits bei E.ON, andererseits bei der RWE-Tochter Innogy liegen, jedoch merklich aufwärts gehen:

Beide Unternehmen haben zuletzt angekündigt, sich verstärkt im Bereich Elektromobilität engagieren zu wollen.

Ziel des weitreichenden Projekts, an dem vorrangig mehrere Autohersteller beteiligt sind, ist der europaweite Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Auch die Bundesregierung fördert den Ausbau des Netzes an Ladestationen.

Ihr bisheriger Mangel gilt neben der bislang noch recht begrenzten Laufleistung der Autobatterien als wesentlicher Grund dafür, warum sich viele Autofahrer noch scheuen, auf E-Fahrzeuge umzusteigen.

Eon jedenfalls kann in Sachen Auto-Ladestationen bereits mit ordentlichen Erfahrungswerten punkten:

Das Unternehmen betreibt in Dänemark ein Netz von rund 2.500 Ladestationen und ist in diesem Bereich eigenen Angaben zufolge Marktführer in dem skandinavischen Land.

Es besteht also noch Hoffnung für die Zukunft des Konzerns – und seiner Aktie.

Neben einigen skeptischen Stimmen gab es zuletzt auch vereinzelt positive Analysten-Kommentare mit Kaufempfehlungen und Kurszielen von bis zu 8 € (Deutsche Bank).

Das Papier war zuletzt für gut 6,60 € zu haben.

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23. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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