Eon verkauft Tochterunternehmen an Kommune

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Der Energieversorger Eon verkauft den Mehrheitsanteil der Aktien seiner verschuldeten Tochterfirma Eon Mitte an insgesamt 13 Kommunen. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Interessante Neuigkeiten für Investoren der Eon-Aktie: Offenbar benötigt der Energieversorger eine erneute Kapitalspritze. Besorgt wird diese durch den Verkauf eines großen Teils des Stromnetzes in insgesamt 4 Bundesländern, nämlich Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen und Hessen.

Die insgesamt über 40.000 Kilometer Stromleitungen gehören zur Eon Tochtergesellschaft „Eon Mitte“ und der geht es schon seit ein paar Jahren nicht mehr so gut. Über 12 Prozent ihrer Konzessionen mit Städten und Gemeinden wurden bereits eingebüßt, offenbar will man es nicht zu noch größerem Schaden kommen lassen.

Eon-Aktie: Verkauf der Tochtergesellschaft soll Schulden abtragen

Immerhin: Auf rund 33 Millionen Euro belaufen sich die derzeitigen Schulden, welche die Eon-Mitte AG bislang angehäuft hat.

Wie kürzlich bekannt wurde, hat man sich daher bei Eon dazu entschlossen, gleich die gesamte Tochterfirma abzugeben. Käufer sind allerdings keine privaten Investoren, sondern zusammen 12 Landkreise sowie die Stadt Göttingen.

Die Kommunen werden fast sämtliche Eon-Aktien der Mitte AG aufkaufen, lediglich 5,4 Prozent verbleiben im Besitz des Mutterkonzerns. Da bereits vor dem Deal geringere Unternehmensanteile in kommunaler Hand waren, konnten die Landkreise von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.

Der stolze Preis für das Aktienpaket beläuft sich auf 617 Millionen Euro. Am vergangenen Dienstag wurde der Vertrag zur Fertigstellung der Übernahme in Kassel unterzeichnet.

Die Eon-Aktie ist ebenso unentschlossen wie die Anleger

Die Entscheidung, sich nun vollständig von der verschuldeten Tochterfirma zu trennen, könnte auch positive Auswirkungen auf die Eon-Aktie haben und genau darauf warten Anleger schon seit geraumer Zeit.

Denn so richtig will es mit dem Strom- und Gasanbieter nicht bergauf gehen, erst vor kurzem mussten erneute Kursreduktionen hingenommen werden.

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Mittlerweile hat sich ein deutlicher Wiederstand zwischen der 13- und der 14-Euro-Marke etabliert und die Anleger warten darauf, welche mittel- bis langfristigen Entwicklungen es auf dem Strommarkt geben wird.

Allgemein ringt Eon genau wie andere Energieanbieter aber immer noch mit den Auswirkungen der Energiewende-Politik von Regierungsseite. Normale Kraftwerke werfen immer weniger Gewinne ab und die Großhandelspreise für Strom waren zuletzt soweit gesunken, dass der Konzern im 3. Quartal 2013 Verluste ausweisen musste.

Eon-Aktie: Energiewende gefährdet weiterhin die Gewinne

Derweil sprach sich Eons Vorstandschef Johannes Teyssen ausdrücklich gegen die energiepolitischen Pläne der schwarz-roten Koalition aus.

Teyssen hatte im Jahre 2010 den damaligen Eon-Chef Wulf Bernotat abgelöst, nachdem er seit 2001 Vorstandmitglied und ab 2008 stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Operating Officer bei Eon gewesen war.

Im August 2010 machte sich Teyssen als Unterzeichner des Energiepolitischen Appells an die Bundesregierung für eine Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke stark.

Er ließ außerdem verlauten, dass man mithilfe von Kostensenkungsmaßnahmen die aktuellen Verluste ausgleichen oder begrenzen wolle und warnte vor zunehmend steigenden Strompreisen für die Endkunden.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.