Epigenomics-Übernahme gescheitert: Aktie verliert 2-stellig

Vor wenigen Wochen haben wir Ihnen von den attraktiven Übernahme-Chancen in der Biotech-Branche berichtet.

Wer vor 5 Jahren eine Biotech-Aktienauswahl mit der Schrotflinte tätigte, der hat etliche Treffer gelandet.

Teilweise stiegen die Kurse in den vergangenen 5 Jahren um über 1.000%.

Dennoch: Wo große Chancen auf die Investoren warten, da lauern häufig eben auch große Gefahren.

Nicht jeder potenzielle Biotech-Übernahme-Kandidat wurde gekauft und nicht jede Forschungs-Pipeline hielt, was sich die Anleger davon versprachen.

Floppte die Forschung, geriet die Aktie unter Druck.

Deutsche Biotech-Firmen mit hohen Kurszuwächsen

Deutschlands führende TechDAX-Biotech-Unternehmen wurden bislang noch nicht übernommen.

Für Anleger war ein Engagement vor 5 Jahren dennoch ein Erfolg: Die Morphosys-Aktie legte um 258% zu, Evotec-Anteilsscheine stiegen gar um 486%.

Aus der 2. Reihe sticht die Performance von Epigenomics hervor: +230% in 5 Jahren ist ein respektables Ergebnis.

Der Gewinn hätte noch viel höher ausfallen können, doch in der Vorwoche scheiterte die Übernahme des Konzerns.

Trotz Annahme-Empfehlung des Managements: 50% Prämie sind Epigenomics-Aktionären nicht genug

Im April dieses Jahres bot die chinesische Beteiligungs-Gesellschaft Cathay Fortune International Company für Epigenomics 171 Mio. € in bar.

Das Übernahme-Angebot lag bei 7,52 € je Aktie und beinhaltete eine Prämie von rund 50% auf den Aktienkurs.

Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen, die Offerte anzunehmen. Dennoch entschieden sich nur 62% für das Angebot aus Fernost.

Der Bieter setzte allerdings für die Übernahme voraus, dass mind. 75% der Investoren der Offerte zustimmen – die Übernahme platzte.

Kleine Biotech-Firmen bergen hohe Investitions-Risiken

Nach dem Deal-Aus gab die Aktie den Zugewinn durch die Übernahme fast vollständig wieder ab.

Wer nach Angebots-Abgabe einstieg liegt aktuell 25% im Minus und trägt das erhöhte Risiko von Biotech-Kandidaten.

Bei Epigenomics kommen eine angespannte Finanz-Situation und ein Klumpen-Risiko aufgrund der verhältnismäßig dünnen Forschungs-Pipeline hinzu.

Kleine Biotech-Unternehmen sind grundsätzlich eine risikobehaftete Investition und eignen sich nicht für jeden Investor.

Wenige Investoren können „kleine“ Übernahmen zu Fall bringen

Es stellt sich die Frage, warum die Investoren trotz Annahme-Empfehlung des Epigenomics-Managements gegen den Deal votierten.

Eine Idee ist, dass Investoren, die 2014 bei höheren Kursen einstiegen, jetzt nicht verkaufen wollten.

Eine andere Idee ist, dass Investoren darauf setzten, dass mit dem Geld des Bieters eine bessere Vermarktung einhergeht, die die Geschäfts-Entwicklung sehr positiv beeinflusst.

Als Minderheits-Aktionär profitiert man dann weiter mit. Später kann es dann zu einer Komplett-Übernahme kommen, die dann zu einem höheren Preis führt.

Zum Problem wird die Überlegung, wenn auch andere Investoren diese Idee haben und die Marktkapitalisierung gering ist.

Epigenomics ist an der Börse „nur“ 120 Mio. € wert. Es reichen also ein paar finanzstarke Investoren, die auf eine lukrativere spätere Übernahme-Phase setzen.

Und noch bevor die kommen kann, ist der Deal auch schon wieder vom Tisch.

Epigenomics mit weiterer Übernahme-Chance – aber auch mit Risiko

Das Übernahme-Geschäft ist sehr attraktiv.

Auch lohnt es sich nicht selten, ein Übernahme-Angebot zunächst auszuschlagen und als Minderheits-Aktionär auf spätere Übernahme-Phasen zu setzen.

Doch blind kann man weder in Übernahme-Kandidaten investieren noch nach Angebots-Ankündigung auf spätere Übernahme-Phasen setzen.

Stada ist ein weiteres aktuelles Beispiel dafür, dass die Rechnung nicht immer aufgeht und Deals auch platzen können.

Während bei Stada allerdings eine neue Offerte auf den Tisch gelegt wurde, würde der Übernahme-Sensor bei Epigenomics aufgrund des Investitions-Risikos nicht auf einen zeitnahen Deal setzen.


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17. Juli 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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