Erdöl: IEA warnt vor Preis-Explosion

Experten der IEA rechnen für die Zukunft mit weiterhin schwankenden Ölpreisen – und warnen vor einem Preisschock. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in dieser Woche eine neue, vielbeachtete Prognose zur Ölpreis-Entwicklung veröffentlicht.

Demnach rechnet die Organisation einerseits weiterhin mit stark schwankenden Ölpreisen, andererseits sagt sie den nächsten Ölpreis-Schock für die Jahre nach 2020 voraus.

Die Rechnung ist relativ einfach: Vor etwas mehr als 2 Jahren, im Sommer 2014, setzte eine Verfall des Ölpreises ein, der den Marktwert je Barrel von über 110 Dollar auf zeitweise unter 30 Dollar im Januar 2016 sinken ließ.

Seither hat sich das Preisniveau etwas stabilisiert, bewegt sich im Rahmen zwischen etwa 40 und 50 Dollar aber weiterhin auf eher niedrigem Level.

Wegen des anhaltend niedrigen Ölpreises haben Akteure aus der Branche ihre Investitionen auf Eis gelegt.

Noch ist davon wenig zu spüren, frühere Investitionen lassen die Ölquellen aktuell noch sprudeln; gerade die OPEC-Staaten fördern und exportieren, was das Zeug hält.

Das Angebot steigt wesentlich schneller als die Nachfrage, die Preise bleiben dadurch niedrig.

Fehlende Investitionen werden sich bemerkbar machen

Allerdings dürften sich nach Einschätzung der Experten der IEA bereits in wenigen Jahren die Folgen der jetzt nicht getätigten Investitionen bemerkbar machen.

Dann nämlich wird die Ölförderung aus konventionellen Quellen wie Ölfeldern drastisch zurückgehen, das Angebot wird die mutmaßlich moderat steigende Nachfrage nicht mehr bedienen können – und die Preise in die Höhe schießen.

Um dem entgegenzuwirken, wären bereits jetzt Investitionen notwendig, doch die will kaum einer tätigen, immerhin hat der Preisverfall der vergangenen Jahre vielen Unternehmen und auch Staaten, die auf den Ölexport angewiesen sind, finanziell empfindlich zugesetzt.

Die Faktoren, die die Nachfrage beeinflussen, sind vielfältig. So nimmt die Zahl der weltweit fahrenden Autos zu, ihr durchschnittlicher Kraftstoff-Verbrauch reduziert sich jedoch zugleich.

Steigen dürfte die Nachfrage hingegen aus der chemischen Industrie – und in der Luftfahrt-Branche.

Das Passagier-Aufkommen steigt mit dem zunehmenden Angebot günstiger Flugstrecken und auch das Frachtgeschäft trägt zu vermehrtem Flugverkehr bei.

Warum US-Fracking-Firmen punkten könnten

Unterm Strich dürfte die Nachfrage jedenfalls anziehen, während die derzeit noch massig vorhandenen Vorräte allmählich verbraucht werden.

Besonders heikel ist zudem die übliche Zeitspanne, die zwischen der ersten Investition und tatsächlich geförderten Ölfässern vergeht:

Sie liegt bei mehreren Jahren, sodass auf ein gekipptes Verhältnis von Angebot und Nachfrage nur zeitverzögert reagiert werden kann. Kurzfristiger können hingegen US-Firmen punkten, die in den vergangenen Jahren in der Fracking-Technologie aktiv waren.

Die umstrittene Fördermethode ist vergleichsweise teuer und lohnt sich beim aktuellen Preisniveau nicht, sodass viele Firmen ihre Anstrengungen vorerst auf Eis gelegt haben.

Erreicht der Ölpreis jedoch wieder höhere Sphären, könnten diese Akteure vergleichsweise schnell reagieren – und innerhalb weniger Monate zusätzliches Öl auf den Markt spülen.

Das würde einen allzu heftigen Preisschock etwas verzögern, der sich aus Sicht der IEA-Experten jedoch trotzdem nicht verhindern ließe.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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