Erdöl-Konzern Devon Energy setzt auf Schiefer-Öl

Auf dem US-Erdöl-Markt bahnt sich die größte Übernahme 2013 an. Devon Energy will das texanische Unternehmen Geosouthern schlucken, berichteten gestern Abend zunächst mit der Sache vertraute Personen – heute Nachmittag folgte die Bestätigung durch den Devon-Chef.

Geosouthern ist nicht börsennotiert und befindet sich derzeit noch in Privatbesitz. Die Eigentümer erhalten rund 6 Mrd. US-$ für Geosouthern.

Aktionäre des Bieters bezeichnen den Preis als günstig und schicken die Devon-Aktie nach oben. Nachdem der Aktienkurs bereits gestern um fast 5% kletterte, folgen heute Anschlussgewinne in einem unveränderten US-Handel.

Blackstone macht Kasse

Das in Woodland, Texas, ansässige Erdöl-Unternehmen Geosouthern produziert täglich über 50,000 Barrel  Öl-Äquivalent, gewonnen aus Ölschiefer. Der US-Bundesstaat Texas gehört zu den Top10 der weltweiten Förderländer. Die Region ist sehr Öl-reich und könnte in den kommenden Jahren im Ranking unter die Top5 vorrücken.

Als vor einem Jahr Geosouthern das Geld ausging, investierte die Private Equity Blackstone rund 1 Mrd. US-$ in den Öl-Förderer.

Nur ein Jahr später reicht Blackstone seinen Anteil weiter. Es ist zwar nicht bekannt, wie viel die Beteiligungsgesellschaft direkt an Geosuthern hält, doch dürfte der Gewinn üppig ausfallen.

Ölschiefer-Geschäft nimmt Fahrt auf

Devon hat es bei vor allem auf das Schieferöl-Vorkommen von Geosouthern abgesehen. Weltweit haben die USA das zweitgrößte Schieferöl-Vorkommen. Auf Platz eins rangiert Russland.

Seit einigen Jahren boomt das Geschäft und wenn es zuletzt im Energie-Sektor eine Übernahme gab, dann ging es fast immer um Schiefer-Öl oder Fracking und der Deal fand in Nordamerika statt.

Geosouthern hat seine Schieferöl-Vorkommen in Eagle Ford, Süd-Texas. Eagle Ford zählt zu den größten Schieferöl-Feldern der USA. Bei dem Abbau von Ölschiefer wir eine Rohöl-ähnliche Substanz gefördert, aus der später Erdöl gewonnen wird.

Devon konzentriert sich auf den Heimatmarkt

Devon Energy hat in der Vergangenheit eher verkauft als gekauft. Die Amerikaner verkauften vor allem Auslands-Aktivitäten und konnten damit mehr als 11 Mrd. US-$ einnehmen. Um effizienter zu werden, wollte sich das Unternehmen auf das heimische Geschäft konzentrieren.

Geosouthern war daher ein idealer Partner „vor der Haustür“. Devon-Chef John Richels sagte im Zuge des Deals, dass seit Jahren mehrere Übernahme-Ziele überprüft wurden, doch erst Geosouthern den hohen Ansprüchen gerecht wurde.

Wenn alles planmäßig verläuft, ist Geosouthern die größte Devon-Übernahme seit 2006. Damals kauften die Amerikaner für 2,2 Mrd. US-$ Chief Oil and Gas.

Niedrige Rohstoff-Preise belasten Übernahme-Aktivität

Unternehmen in der Energie- und Rohstoff-Branche haben 2012 und 2013 massiv Randaktivitäten abgestoßen. Richtig gute, saubere Deals – wie dieser – waren Mangelware.

In den USA gab es in diesem Jahr 390 Deals in der Energie-Branche. Im Jahr davor gab es noch 520 Deals – doch auch dieser Wert war schon schwach. Auch das Übernahme-Volumen sank von 96,2 Mrd. US-$ 2012 auf 71,6 Mrd. US-$ 2013.

Haupt-Grund für die geringe Aktivität sind die niedrigen Rohstoff-Preise. Dies führte zu hohen Abschreibungen auf Minen und Öl-Vorkommen – das Geld saß nicht mehr so locker wie 2010.

Erst wenn sich die Preise wieder erholen, dürfte die Übernahme-Aktivität in dem Sektor wieder anziehen. Angesichts der guten Wirtschaftsperspektive könnten schon 2014 die Preise steigen und der Rohstoff-Sektor wieder zu den Übernahme-stärksten Bereichen gehören.

20. November 2013

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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