Erdölförderung: US-Schieferölproduzent Parsley Energy übernimmt Jagged Peak für 2,27 Mrd. US-Dollar

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Nach der Übernahme von Anadarko durch Occidental ist gestern ein weiterer Deal im Kampf um die Öl- und Gasfelder im texanischen Permbecken verkündet worden. Der Öl- und Gasförderer Parsley Energy hat sich mit dem kleineren Mitbewerber Jagged Peak auf eine Übernahme geeinigt. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Durch die Ausbeutung der großen Schieferöl- und Gasvorkommen im texanischen Permbecken ist die USA in den letzten Jahren wieder zum weltweit führenden Erdölproduzenten aufgestiegen. Viele Unternehmen haben sich mit neuen Fördertechnologien, insbesondere dem Fracking, in der Schieferölförderung etabliert. Und wie so häufig kommt es in neuen Märkten nach einer Gründungsphase verstärkt zu Konsolidierungsprozessen. So hat sich zu Beginn dieses Jahres Occidental mit Chevron eine Übernahmeschlacht um Anadarko geliefert, über die wir Ihnen bereits mehrfach berichtet haben.

Am gestrigen Montag wurde ein weiterer Deal im Bereich der US-Schieferölproduzenten bekannt gegeben: Der texanische Öl- und Gasförderer Parsley Energy hat sich mit dem kleineren Mitbewerber Jagged Peak auf eine Übernahme geeinigt. Parsley hat sich in der Übernahmevereinbarung bereit erklärt, für den Deal insgesamt etwa 2,27 Mrd. USD auf den Tisch zu legen. Darin enthalten sind auch die Netto-Schulden von Jagged Peak in Höhe von 625 Mio. USD.

All-Stock-Deal mit niedriger Prämie

Die Übernahme soll durch einen Aktientausch (All-Stock-Deal) erfolgen. Jagged-Peak-Aktionäre sollen für jede ihrer Aktien 0,447 Anteile an Parsley Energy erhalten. Bezogen auf den freitäglichen Schlusskurs bietet Parsley Energy den Aktionären von Jagged-Peak somit eine auf den ersten Blick solide Übernahmeprämie von +11,2%. Berechnet man die Prämie allerdings auf Basis des durchschnittlichen Aktienkurses der Jagged-Peak-Papiere in den letzten 30 Tagen, so fällt die Prämie wesentlich niedriger aus und liegt nur noch bei mageren +1,5%.

Investoren sind enttäuscht

An der New Yorker Börse (NYSE) gaben die Kurse beider Unternehmen deutlich nach: Parsley Energy Aktien verloren im gestrigen Tagesverlauf -10,55% an Wert und lagen zum Börsenschluss bei 15,18 USD. Die Papiere von Jagged Peak verloren gestern -1,5% und standen beim Erklingen der Schlussglocke bei 6,72 USD.

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Diese negative Entwicklung zeigt, dass der Markt Probleme mit dem vorliegenden Übernahmeangebt hat. Berücksichtigt man, dass der Kurs der Jagged-Peak-Aktien noch vor wenigen Monaten bei über 10 USD lag, sind die Investoren von dem niedrigen Angebot enttäuscht.

Parsley Energy will Kapazitäten erweitern und Synergien nutzen

Durch die Übernahme des kleineren Mitbewerbers will Parsley seine Förderkapazitäten erweitern und die Gewinnmargen steigern, wie Matt Gallagher, Präsident und CEO von Parsley, klarstellt: „Die Kombination aus Parsley und Jagged Peak ist eine perfekte Kombination. Die margenstarken Ölfelder von Jagged Peak fügen sich perfekt in unseren renditefokussierten Entwicklungsansatz ein, die Flächengröße und die Wasserinfrastruktur passen zu unserer bestehenden Position im Delaware-Becken, und die Unternehmenskultur entspricht unseren Grundwerten.“

Parsley geht davon aus, dass die Transaktion schon im ersten Jahr Einsparungen von etwa 25 Millionen Dollar bringen wird. Für die Folgejahre werden Einsparungen von jährlich 40 bis 50 Mio. USD erwartet.

Parsley Energie rechnet damit, die Übernahme schon im ersten Quartal des kommenden Jahres abschließen zu können. Danach wird Parsley etwa 267.000 Hektar im Permbecken – dem größten Öl- und zweitgrößten Gasfördergebiet der USA – besitzen.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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