Erfahren Sie den Gewinner der Frankreich-Wahl schon heute

Wenn wir uns die Börsen heute anschauen, wird es in Frankreich am Sonntag keine Überraschung geben und Emmanuel Macron gewinnt.

Gold fällt, der EUROSTOXX klettert nach oben, sowohl der DAX als auch insbesondere der französische CAC 40 zeigen Stärke.

Das sieht nun wirklich nicht nach einem Le-Pen-Sieg aus. Auch bei Bwin hat Macron weiterhin eine Quote von 1,10.

CAC 40 unter der Lupe

Ist der Sieg von Macron bereits eingepreist? – Die heutigen Kurse sagen etwas anderes: Da wird noch mehr auf Sieg gesetzt und der CAC 40 klettert fleißig weiter.

Wenn allein schon die Bank Sociéte Générale im Vergleich zur Vorwoche um knapp 4% zugelegt hat, zeugt dies von Stabilität.

Auch Commerzbank und Deutsche Bank gehören im DAX heute zu den Top-Gewinnern – ein weiteres Indiz für ein Bestehen des Euros und der EU; also kein Wahlsieg von Le Pen.

Unten sehen Sie den Tages-Chart des französischen Leitindex:

Der Trendkanal, den es seit Mitte Februar gibt, wurde nach der 1. Wahlrunde nach oben hin verlassen.

Seitdem schlenderte der CAC 40 nördlich der ehemaligen Trendbegrenzung – ohne sonderlich viel Regung zu zeigen. Das hat sich seit gestern aber deutlich geändert:

chart1

Oder wird es die Bullenfalle des Jahres? – Alles auf Grün setzen und danach schnell verkaufen?

Die 20-Tages-Linie (in blau eingezeichnet) ist bereits 200 Punkte entfernt, die gelbe 200-Tageslinie etwa 700 Punkte.

Das wird kaum langfristig so bleiben; der steile Anstieg der blauen Linie zeigt Ihnen, wie sehr die Kurse derzeit nach oben gekauft werden.

Im April 2015 waren die Kurse des CAC 40 auch etwa 700 Punkte über der 200-Tages-Linie. Keine 3 Monate später notierten sie schon wieder kurz unter der Durchschnitts-Linie.

Zwischenfazit

Seien Sie also auf der Hut! – Ein Macron-Sieg bedeutet nicht die nächste Rallye! Vielmehr sollte diese sich eventuell noch nächste Woche entladen.

Doch was genau für Gründe gibt es nach dem Wahlsieg von Macron für weiter anziehende Börsen in Frankreich? Das Schreckgespenst von Le Pen wurde abwehrt – und jetzt?

Macron wird weder die Schuldenkrise der EU lösen, noch die angezählten Banken sanieren; der Knockout ist nicht verhindert worden – nur verzögert. Aber so funktionieren die Börsen momentan…

Hurra, Le Pen hat nicht gewonnen! – Warten wir es ab; bei Trump gegen Hillary war das Bild ähnlich, und viele dachten, Trump reist die Börsen ins Verderben…

Was machen Sie mit einem Kontrakt, der im Minus ist?

Sollten Anleger Geld hinterherschieben, wenn der Trade schlecht läuft? – Diese Frage haben Sie sich vermutlich auch schon einmal gestellt.

Wenn das Setup gut ist, aber der Trade nicht in die gewünschte Richtung läuft, sollen wir nachkaufen?

Als Value Investor ist die Frage leicht beantwortet: Wenn die Analyse ergab, dass das Investment eine gute Idee war, dann sollten Sie natürlich noch mehr davon kaufen!

Nur weil die momentane Preis-Entwicklung nicht Ihren Erwartungen entspricht, ist das Investment immer noch gut – vorausgesetzt natürlich, Sie haben alle wichtigen Infos für eine solche Analyse.

Bei Optionen ist das aber etwas anderes: Wir kaufen keine Aktien, sondern kümmern uns mehr um die implizite Volatilität.

Allerdings ist solch eine Entscheidung extrem von der jeweiligen Situation abhängig. Es kann so viel passieren, da es hierfür keine fixe Regel gibt:

Die Preise könnten kurzzeitig falsch gelistet werden, oder die Sicherheits-Marge wird plötzlich erhöht – wie nach der 1. Wahlrunde in Frankreich.

Es kann somit auch für Optionen-Händler durchaus sinnvoll sein einen verlustreichen Kontrakt aufzustocken.

5. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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