Ericsson profitiert von Trumps Huawei-Bann

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Die USA gehen gegen Huawei vor. Die Konkurrenten profitieren, allen voran der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

US-Präsident Donald Trump hat am chinesischen Huawei-Konzern ein Exempel statuiert. Dieser Schritt sorgte an den Börsen für Verunsicherung und trifft zudem einige US-Hightech-Konzerne, die bisher Huawei beliefert hatten.

Die Konkurrenz im 5G-Bereich freut es hingegen. Allen voran den schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson, dessen Aktie gestern auf einen neuen Höchststand kletterte. Ein guter Grund, sich den Wert einmal genauer anzuschauen.

Unternehmensportrait

Seit sich der schwedische Konzern 2012 aus der Herstellung von Mobiltelefonen (in Zusammenarbeit mit Sony) verabschiedet hat, konzentriert sich Ericsson auf das Netzwerkgeschäft. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Bereitstellung von Infrastruktur für

Mobilfunktechnologie, Internet- u und Telekommunikation. Ericsson ist mit mehr als 109.000 Mitarbeitern in über 180 Ländern aktiv.

Starke Zahlen für das 1. Quartal

Wie gut die Geschäfte wieder laufen, zeigen die Zahlen zum 1. Quartal: Ericsson steigerte seinen Umsatz um +13% auf 48,9 Mrd. Schwedische Kronen (etwa 4,7 Mrd. Euro). Gleichzeitig gelang mit 4,9 Mrd. Schwedischen Kronen eine erhebliche Verbesserung beim operativen Ergebnis, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust angefallen war.

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Chancen für Ericsson-Aktie – trotz und wegen HuaweiHinter der Ericsson-Aktie steht ein schwedischer Netzwerkausrüster, der sich bei der 5G Lizenzvergabe als Alternative zu Huawei profiliert. › mehr lesen

Nordamerika-Geschäft boomte bereits vor dem Huawei-Bann

Treibende Kraft ist derzeit das Geschäft mit Netzwerkausrüstung in Nordamerika, wo die Telekom-Konzerne bereits in den Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G investieren. Hier konnte Ericsson schon in den Vormonaten von den Vorbehalten gegenüber Huawei profitieren. Der jüngste Schritt des US-Präsidenten dürfte diesen Trend nochmals verstärken.

Neben dem Aufbau des superschnellen 5G-Netzes fokussiert sich Ericsson auch auf Zukunfts-trends wie Industrie 4.0 und künstliche Intelligenz. In den USA hat das Unternehmen zuletzt hunderte hochqualifizierte Mitarbeiter angeworben, um bei der intelligenten Vernetzung der Industrie eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Erstes kommerzielles 5G-Netz Europas mit Ericsson-Technologie in der Schweiz gestartet

Auch in Europa hat Ericsson eine Vorreiterrolle inne: Diesen Monat startete Ericsson zusammen mit dem größten Schweizer Telekommunikationsdienstleister Swisscom das erste kommerzielle 5G-Netz in Europa. Verfügbar ist das 5G-Netz bereits in 54 Städten und Gemeinden, darunter die großen Ballungsgebiete: Zürich, Bern, Genf, Basel, Lausanne und Luzern. Bis Jahresende soll 5G für 90% der Schweizer Bevölkerung verfügbar sein.

Ericsson wird in den nächsten Jahren weiterhin von 5G profitieren

Ericsson zählt zu den großen Profiteuren des Megatrends 5G. Überall auf der Welt werden Telekom-Konzerne in den nächsten Jahren massiv in den Ausbau ihrer Infrastruktur investieren. Dies dürfte die Geschäfte von Ericsson weiter beflügeln.

Der enorme Gegenwind, der für den Marktführer Huawei aus den USA kommt, kann Ericsson da nur recht sein. Und falls man sich auch in Europa durch die US-Sanktionen gedrängt sieht, auf Huawei-Technologie zu verzichten, dürfte das der Ericsson-Aktie einen zusätzlichen Schub bringen.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.