Erlebt Gold 2015 sein Comeback?

Gold-Fans hatten in den vergangenen beiden Jahren wenig Grund zur Freude. Und das obwohl alle paar Monate ein neuer Krisenherd aufflammte. Fast schien es so, als hätte Gold seinen Nimbus als Krisenwährung Nr.1 verloren.

Zuletzt zog der Goldpreis jedoch wieder an und schon mehren sich die Stimmen, die ein Comeback für Gold ausrufen. Und die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht, aber trotzdem ist Vorsicht angebracht.

Für Anleger aus dem Euroraum alles halb so schlimm

Eines vorweg: Dank des schwächelnden Euro kamen Anleger aus dem Euroraum mit Gold ohnehin recht glimpflich davon: Während Gold in US-Dollar seit Anfang 2013 rund ein Viertel an Wert eingebüßt hat, fällt der Verlust in Euro nur halb so hoch aus.

Wer Gold lediglich als Depotbeimischung (und mehr sollte Gold nicht sein) eingesetzt hat, konnte die Entwicklung relativ entspannt verfolgen.

Spekulanten setzen wieder auf steigende Goldkurse

Der Hauptgrund für die schwache Preisentwicklung der vergangenen Jahre liegt im Treiben von Groß-Spekulanten wie Investmentbanken und Hedge-Fonds. Hier gibt es Indizien, dass ein Umdenken erfolgt und mehr und mehr große Marktteilnehmer wieder auf steigende Notierungen beim Gold setzen.

Gold-Angebot sinkt stärker als Nachfrage

Auch die Angebots- und Nachfragesituation spricht zumindest für ein Ende des Preisverfalls, auch wenn es hier noch nicht nach steigenden Preisen aussieht. Denn: Laut Angaben des  World Gold Councils hat sich der Angebotsüberschuss auf dem Goldmarkt im dritten Quartal 2014 deutlich verringert.

So sank die Nachfrage nach physischem Gold im Vergleich zur Vorjahresperiode zwar um 2% auf 937 Tonnen, das Angebot ging jedoch um 7% auf 1.084 Tonnen zurück.

Noch kein grünes Licht von der Charttechnik

Die Charttechnik liefert für Gold bislang kein klares Bild. Zwar hat sich die Situation gebessert, einige Prozentpunkte muss Gold aber noch zulegen, um einen wichtigen Widerstand zu knacken.

Fazit: Investoren können (weiter) zugreifen, Spekulanten warten (noch) ab

Ob die jüngste Aufwärtsbewegung beim Gold wirklich nachhaltig ist, muss sich erst noch zeigen.

Wenn Sie sich Gold auf lange Sicht als Depotbeimischung zu Diversifikations- und Absicherungszwecken ins Depot legen wollen, können Sie dies weiterhin bedenkenlos tun. Als Anlageprodukte bieten sich ETCs oder Goldmünzen und -barren an.

Um allerdings – womöglich mit Hebel – eher kurzfristig auf eine Trendwende bei Gold zu spekulieren, dafür ist es aus meiner Sicht noch zu früh. Und wer es doch nicht lassen kann, sollte sich zumindest durch einen Stoppkurs absichern.

Denn wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, kann jede Aufwärtsbewegung bei dem Edelmetall durch eine schnelle Gegenbewegung wieder zunichte gemacht werden.

20. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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