Erneuerbare Energien auf der Überholspur

Solarzelle-Sonnenblme-Windkraftwerk-Sonne

Alle EU-Staaten streben den Ausbau der erneuerbaren Energien an. In Deutschland lag der Anteil erneuerbarer Energien erstmals vor der Braun- und Steinkohle. (Foto: V. Franz Metelec – Fotolia.com)

Im 1. Halbjahr lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland erstmals vor der Braun- und Steinkohle.

Nach Schätzungen haben die erneuerbaren Energien nahezu 118 Mrd. Kilowattstunden (kWh) zur Bruttostromerzeugung beigetragen. Dies entsprach einem Anstieg von über 10% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2017: 107 Mrd. kWh). Der Anteil an der Stromerzeugung lag damit bei 36%. Im Gegenzug sank die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle um 10% auf 114 Mrd. kWh. Auch beim Erdgas war ein deutlicher Rückgang auf unter 40 Mrd. kWh zu beobachten. Die Kernenergie steuerte rund 37 Mrd. kWh zur Stromerzeugung bei.

Ein Ende der fortschreitenden Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien ist weit und breit nicht in Sicht. „Egal, wohin man seinen Blick auf einer Europakarte auch schweifen lässt: Fast überall sollen gesicherte Stromerzeugungskapazitäten vom Netz genommen werden. Und das ist keine zufällige Entwicklung: Alle EU-Staaten streben – richtigerweise – den Ausbau der erneuerbaren Energien an“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Energiewende macht umfassende Investitionen erforderlich

Der sukzessive Ausstieg aus der Kohleverstromung wird zwangsläufig zu einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien führen. Dafür bedarf es allerdings einer Beschleunigung des Netzausbaus, um die erneuerbaren Energien in das Energiesystem zu integrieren. Angesichts der drohenden Versorgungsknappheit sei dies nach Ansicht der BDEW derzeit dringender denn je.

Für die Versorger impliziert die Energiewende umfangreiche Sachinvestitionen. Nur die kapitalstarken Versorger werden hier als Gewinner hervorgehen. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Spielraum für Dividendenerhöhungen begrenzt ist und die Verschuldung tendenziell zunehmen wird.

E.ON treibt die Übernahme Innogys voran

E.ON SE versucht dem Trend entgegenzuwirken. Das Ziel, die Dividende kontinuierlich zu erhöhen, wurde bekräftigt. Gleichzeitig wird der Schuldenabbau stark vorangetrieben, um die finanzielle Handlungsfähigkeit zu erhöhen. Hintergrund: Im März war die geplante Übernahme Innogys durch E.ON bekannt geworden. E.ON will damit wieder zu einem der großen Energieversorger Europas aufsteigen. CEO Teyssen drückte es so aus: „Uns gelingt in einem gewaltigen Schritt ein signifikanter Wachstumssprung in allen operativen Kennzahlen.“ Mit intelligenten Netzen und innovativen Kundenlösungen will der Konzern die Energiewende aktiv gestalten.

Bis Ende 2019 soll die Aufteilung Innogys abgeschlossen sein. Kartellrechtlich notwendige Zustimmungen verhindern eine schnellere Abwicklung. In der Zwischenzeit wurde die Integration mit einer Reihe von Maßnahmen vorangetrieben. Das Übernahmeangebot für die Minderheitsaktionäre wurde von 9,4% der Aktionäre angenommen. Damit konnte der Anteil auf 86,2% aufgestockt werden. Es wurden wichtige tarifpolitische Grundsatzerklärungen mit den Gewerkschaften und Betriebsräten beschlossen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen.

Bei der Besetzung von Top- Führungspositionen soll es zu einem fairen Auswahlverfahren unabhängig vom Herkunftsunternehmen kommen. Zusätzlich konnte der Innogy-Vorstand davon überzeugt werden, seinen Widerstand aufzugeben und die Integration partnerschaftlich vorzubereiten.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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