Erneuerbare Energien: Gewinner und Verlierer

Nachdem SolarWorld im Februar 2014 den Restrukturierungsprozess erfolgreich abgeschlossen hat, will der Konzern im laufenden Geschäftsjahr den Aufwärtstrend fortsetzen und vom erwarteten Wachstum des globalen Solarmarkts profitieren.

Für den einen scheint wieder die Sonne…

Das Unternehmen ist bereits gut in das Jahr 2015 gestartet und erwartet für das Gesamtjahr 2015 die Absatzmenge inklusive des Geschäfts mit Solarwafern und -zellen, um mindestens 25% zu steigern und so erstmals die Marke von 1 Gigawatt zu überschreiten.

Mehr als 50% des Konzernabsatzes sollen im stark wachsenden US-Solarmarkt erreicht werden. Auch in Europa strebt der Konzern trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine Steigerung seiner Absatzmengen und Marktanteile an.

Größter europäischer Absatzmarkt bleibt voraussichtlich Deutschland, gefolgt von Großbritannien und Frankreich. In der Region Asien-Pazifik will SolarWorld vor allem in Japan weiter zulegen und ist dort mit einem eigenen Vertriebsstandort vertreten.

…während bei dem anderen Gewitterwolken aufziehen

2015 sank in Europa und China die Nachfrage nach Solar- Wechselrichtern aufgrund von veränderten politischen Rahmenbedingungen.

SMA Solar konnte den Rückgang durch das Wachstum in Nordamerika nicht kompensieren und durch die hohen Fixkosten auch nicht schnell genug auf den starken Nachfragerückgang in Europa reagieren. Zudem hielt der hohe Preisdruck in allen Märkten und Marktsegmenten unvermindert an. Jetzt werden schmerzhafte Personalanpassungen notwendig.

Vestas verteidigt Spitzenposition

2014 konnte Vestas Wind seine führende Position im weltweiten Windkraftanlagen-Markt verteidigen, doch Siemens und dessen Windenergie-Sparte ist dem dänischen Konzern dicht auf den Fersen.

Nach Angaben von MAKE Consulting kamen beide Unternehmen im Vorjahr auf einen Weltmarktanteil von rund 10%, wobei MAKE Consulting Siemens sogar leicht in Front sieht. Geht es nach neu installierten Windturbinen ist Siemens mit 4.990 Megawatt nur die Nummer 2 der Branche.

Vestas hatte 2014 Windkapazitäten von 6.053 MW installiert.

Große Wachstumschancen sieht Vestas in Schwellenmärkten wie Mexiko und Pakistan. Mexiko hat sich bis zum Jahr 2024 ehrgeizige Ziele gesetzt. 35% des benötigten Stroms sollen aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Vestas sieht daher Mexiko als eines der Hauptziele in den nächsten Jahren, nachdem das Land seine Energie- und Stromindustrie für private Investitionen geöffnet hat.

Nordex mit vollem Auftragsbuch und starker Nachfrage

Im Geschäftsjahr 2014 erzielte Nordex einen Auftragseingang, der um 16,7% über dem Vorjahr lag. Durch die anhaltend positive „Book-to-bill“-Quote erhöhte sich der fest finanzierte Auftragsbestand auf 1,46 Mrd €.

Der Auftragsbestand und die hohe Nachfrage bilden eine gute Grundlage für eine positive Entwicklung im laufenden Jahr. Dabei geht das Management von einem zweistelligen Wachstum beim Umsatz aus.

Das Umsatzwachstum gilt als weitgehend gesichert, da die in 2015 geplanten Projekte zum großen Teil bereits fester Auftragsbestand sind. So hat Nordex einen Großauftrag aus Lateinamerika erhalten.

Auch die Produktentwicklung läuft nach Plan. Die neue Turbine N131/3000 kann einen um bis zu 28% höheren Energieertrag an Schwachwindstandorten produzieren.

8. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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