Erneuerbare Energien – Warnung vor geschlossenen Fonds

Erneuerbare Energien werden ein Leitthema der nächsten Jahre sein. Geld können Sie aber mit geschlossenen Fonds kaum verdienen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Erneuerbare Energien werden 2011 gefördert. Dies ist sicher, meinen wir.

Nur: Geschlossene Fonds, die jetzt wieder aufgelegt werden, sind das falsche Rezept. Dies ändert sich gegenüber vergangenen Jahren nicht.

Warnung: geschlossene Fonds laufen lange

Wenn Sie in einen geschlossenen Fonds investieren, gehen Sie zunächst eine Laufzeitwette ein. Bis zum Laufzeitende werden Sie einen solchen Fonds kaum wieder los.

Das heißt für 2011: Sie können von den aktuellen Entwicklungen gerade nicht wie gewünscht schnell profitieren. Zudem laufen Sie Gefahr, Fehlinvestments einzugehen.

Subventionen fraglich

Es bleibt bei den Projekten fraglich, wie weit die Förderungen gehen. Von denen hängt Ihre Rendite ab. Staatliche Prüfer werden nicht alle Projekte genehmigen, dies hat die Vergangenheit gezeigt. Ein weiteres Risiko: Subventionen können auch gekürzt werden.

Was gehört zu Erneuerbaren Energien?

Immer dann, wenn erneuerbare Energien wie 2011 nach dem Japan-Unglück ein Thema in der Politik waren, sind die Kurse bestimmter Unternehmen stark angestiegen: alle Energie-Unternehmen, die auf Energiequellen setzen, die permanent zur Verfügung stehen. Zu Erneuerbaren Energien zählen:

  • Wasserkraft
  • Windenergie
  • die Sonnenenergie
  • Bioenergie
  • Geothermie

Ein besonderer Vorteil für Investoren: In Deutschland haben Subventionen die Unternehmen gestützt, die Sonnenenergie produzieren. Diese Sonderzahlungen haben teils Renditen von mehr als 1.000% etwa mit der Bonner “Solarworld” ausgelöst.

Darauf hat auch die Fondsindustrie mit Spezialfonds reagiert – und bietet die unter dem breiten Stichwort der “erneuerbaren Energien” den Einstieg in die unterschiedlichsten Branchen.

Das Problem für Investoren: Fonds sind an die Namensgebung nicht gebunden. Sie können unter diesem Stichwort sowohl in die Wasseraufbereitung investieren oder theoretisch auch ausschließlich in Forschungsunternehmen. Dies erkennen Sie erst mit Blick in die Prospekte.

Verpackung statt Inhalt

Wir haben unter dem Aspekt der nachhaltigen, der erneuerbaren Energien sogar Fonds gefunden, die in große Standardunternehmen investieren. Hauptsache für das Fondsmanagement ist es dann, dass Unternehmen wie Siemens “auch” über neue Technologien brüten und forschen.

Ebenso undurchschaubar sind Fonds dann, wenn sie weltweit in Projekte investieren. Unternehmen, die dann in Aktienfonds landen, können etwa in China oder Indien sitzen – ohne dass deren Geschäftsmodell von hier aus zu beurteilen wäre. So gibt es auch dort Unternehmen, die Energie aus Stauseen gewinnen wollen.

Weder wir noch das Fondsmanagement, so unsere Überzeugung, kann den Markt mit Kennzahlen analysieren. Daher sind auch diese Fonds wie andere Branchenfonds in erster Linie eine Verpackung. Wer investieren möchte, muss genau hinter die Kulissen sehen.

Geduld gefragt – Spekulanten ohne Chance

Erneuerbare Energien aber werden tatsächlich ein Thema sein, das dauerhaft Gewinne in Unternehmen erzeugt. Wer einen technologischen Vorsprung schafft und entweder die Technik verkauft oder den Strom selbst produziert/vertreibt, kann in den kommenden Jahrzehnten überdurchnittliche Renditen schaffen.

Da die Weltbevölkerung wächst – um bis 2050 um weitere mindestens 20% – und die aktuellen Energien absehbar begrenzt sind, bleiben erneuerbare Energien lukrativ.

Unsere Empfehlung:

  • Studieren Sie den Prospekt der Fonds genau – mischen sich einfache Forschungsabteilungen an sich großer Standardwerte darunter, investieren Sie nicht.
  • Achten Sie auf die Kosten: auch diese Auswahl darf nicht mehr als 2% Gesamtkostenquote ausweisen.
  • Achten Sie auf die Handelbarkeit an den Börsen.
  • Investieren Sie nicht in geschlossene Fonds. Dies sind Einzelprojekt-Wetten, die zusätzlich die Laufzeit als Problem haben.

GeVestor.de meint:

Unter diesen Voraussetzungen sind Aktienfonds auf erneuerbare Energien lukrativ. Die Chancen sind dann geringer, wenn Sie auf Standardfonds setzen. Daher sind Prospekte wichtig.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt