Ernte 2018: Massive Ausfälle in Deutschland

Der trockene und heiße Sommer hat die Ernte bei vielen Getreiden in Deutschland massiv belastet. Lesen Sie hier was das bedeutet. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

In diesen Tagen atmet Deutschland durch. Der Sommer macht eine Pause – sowie es aussieht. Aber der große Regen ist nicht in Sicht. Im Endeffekt wäre es auch zu spät dafür – denn in vielen Bereichen sind die Ernten 2018 schon jetzt massiv von der Dürre betroffen. Wie groß der Wettereinfluss war, hat jetzt der Erntebericht 2018 gezeigt, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft am vergangenen Freitag vorgelegt hat.

Wegen der aktuellen Bedeutung möchte ich Ihne heute auch einmal einen Blick auf die Agrargüter bieten – ein Rohstoff-Sektor, der an dieser Stelle in der Regel keine große Rolle spielt. Doch eins muss Ihnen klar sein: In unserer hochindustrialisierten Landwirtschaft speilt das kurzfristige Wetter oder die immer häufiger auftretenden Extremereignisse beim Wetter eine immer größere Rolle.

Eins ist auch klar: Es wird keine Engpässe bei der Belieferung mit Agrargütern geben. Dennoch müssen wir uns wohl alle auf höhere Preise in vielen Bereichen in den kommenden Monaten einstellen. Zunächst einmal wird wohl die deutsche Getreideernte ohne Körnermais rund 16% unter dem Wert des Vorjahres liegen.

Sehr aufschlussreich ist auch der Blick auf die regionale Verteilung: So werden die größten Einbrüche hier in Schleswig-Holstein mit einem Minus von 34% und in Brandenburg mit einem Ernteeinbruch von immerhin 30% sein.

Aber die extreme Trockenheit der vergangenen Monate ist nur ein Aspekt. Beim Winterweizen zeigt sich etwas anderes: Wegen der massiven Nässe in der zweiten Jahreshälfte 2017 fiel das Ernteergebnis beim Winterweizen sogar um 19% und damit bundesweit sogar noch stärker als beim Sommerweizen.

Extremes Wetter wird immer mehr zur Normalität

Auf der anderen Seite gibt es auch Gewinner des heißen Sommers 2018: So sind deutsche Tomaten derzeit besonders aromatisch – wegen der starken Sonneneinstrahlung. Was bei der Weinlese zu erwarten ist, werden die kommenden Wochen zeigen.

Grundsätzlich zeigt uns aber die Wetterentwicklung 2018 eine Häufung von Extremereignissen. Das reicht bis hin zu massiven Waldbränden, die in den vergangenen Tagen große Flächen in Brandenburg vernichtet haben.

Die bekannten Bilder aus südeuropäischen Ländern mit trockenen Äckern und brennen Wäldern halten jetzt auch bei uns Einzug. Das ist schon ein Signal, dass sich das Klima bei uns verändert. Eine Antwort ist hier auf jeden eine Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase. Und dazu sollen auch die alternativen neuen Antriebsarten beitragen. Die Elektromobilität spielt dabei die wichtigste Rolle. Und wie ich die Chancen in diesem sehr spannenden Sektor einschätze, der wegen des großen Lithium-bedarfs auch eine wichtige Rohstoff-Komponente aufweist, greife ich regelmäßig an dieser Stelle auf.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.