Erst kommt die Geduld, dann realisieren Sie Gewinne

„Auch wenn es derzeit zäh läuft, ist das keine Börse zum Abgewöhnen“, wie unser Optionen-Profi Rainer Heißmann Ihnen an dieser Stelle zeigt: (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Mit 2.443 Punkten ist der breit gefasste US-Aktienindex S&P 500 ins vergangene Wochenende gegangen.

Das liegt nur 1,3% unter seinem Allzeithoch auf Wochenschlusskurs-Basis, welches der S&P 500 am 04.08.2017 mit 2.476 Punkten erreicht hat.

1,3% unter Allzeithoch spricht für sich: Die Märkte notieren auf einem hohen Niveau – genau genommen, muss es heißen: Die Märkte konsolidieren auf einem hohen Niveau.

Denn am 02.06. und am 18.08.2017 hat der S&P 500 die Wochen mit fast demselben Kurs beendet – genau genommen, liegt der Schlusskurs vom 18.08. sogar um 13 Punkte unter dem vom 02.06.

Andere Indizes, wie etwa der DAX, der Dow Jones oder die Nasdaq, zeigen eine vergleichbare Entwicklung, auch bei ihnen gilt: Sie konsolidieren auf einem hohen Niveau.

Das heißt aber auch: Es geht seitwärts. Das sehen Sie im untenstehenden Chart der S&P 500 auf Wochenschlusskurs-Basis.

Analyse und Prognose per Wochenschlusskurs ist treffsicher

Wenn Sie die folgende Erklärung zum Chart auf Basis seiner Wochenschlusskurse kennen, lesen Sie einfach beim Chart weiter.

Wenn es für Sie neu ist: Ich nutze für meine Charts gerne die Wochenschlusskurse der Indizes oder Aktien.

Diese Chart-Einstellung blendet das Auf und Ab innerhalb des Wochenverlaufs aus. Genau dadurch sind nachhaltige Kursbewegungen zu erkennen, die Trends gut bestimmen lassen.

In dieser Chart-Einstellung analysiere ich den DAX 30 Index, Dow Jones, S&P 500, und so weiter. Hier sehen Sie den aktuellen Chart des S&P 500:

S&P 500: Es kann jeden Tag wieder losgehen

S&P500-Index_2017_08_29

Im Chart des S&P 500 auf Basis seiner Wochenschlusskurse sehen Sie das lange Seitwärts-Geschiebe von März – Mai und Juni – heute (Ende August) dieses Jahres (grün markiert).

Letztlich läuft der S&P 500 seit März, also seit rund 6 Monaten, seitwärts.

Keine Börse zum Abgewöhnen

Das Seitwärts-Geschiebe ist wie eine Börse zum Abgewöhnen.

Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das Seitwärts-Geschiebe erfordert zwar unsere Geduld, aber diese macht sich dann auch bezahlt.

Die Börsen bestehen aus einem Auf und Ab sowie ausgeprägten Seitwärts-Phasen – das ist schlichtweg Alltag.

Den habe ich schon oft erlebt – genau genommen, kenne ich die Märkte überhaupt nicht anders.

Nur in der rückwirkenden Betrachtung sehen viele Phasen viel einfacher aus. So wird es bald auch für den jetzigen Zeitraum sein.

Und dann zeigt sich erneut: Wer Geduld bewiesen hat, wird durch Gewinne belohnt.

Zum guten Schluss frage ich:

Bricht unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel das Grundgesetz?

Denn: Der englische Philosoph John Locke, der auf den Tag genau vor 385 Jahren, also am 29.08.1632, zur Welt kam, meinte:

„Wenn jemand die Macht beansprucht, Steuern aufzuerlegen oder zu erheben, ohne des Volkes Einwilligung, bricht er das Grundgesetz des Eigentums und stößt den Zweck der Regierung um.“

  1. Die Kanzlerin wurde demokratisch gewählt – also hat sie wohl des Volkes Einwilligung, Steuern aufzuerlegen. Sie bricht das Grundgesetz also nicht.
  1. Frau Merkel und die CDU bekamen bei der letzten Bundestagswahl 34,1% der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 71,5% – also wurde sie von 24,38% der Wahlberechtigten gewählt. Wenn Sie die CSU- und SPD-Stimmen hinzuzählen, ergibt das auch nur 48% der Wahlberechtigten. Im Sinne der Aussage von Locke hat sie damit nicht des Volkes Einwilligung, Steuern aufzuerlegen. Sie bricht also das Grundgesetz.

Fazit:

Lassen Sie Philosophie Philosophie sein! An der Tatsache, dass Sie und ich Steuern zahlen müssen, ändert sich sowieso nichts.

Freuen Sie sich trotzdem über einen sonnigen Wochenauftakt!

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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