Erste dunkle Wolken am deutschen Konjunkturhimmel

Massenmedial geht es ja in deutschen Landen immer noch um das Wirtschaftswunder 2.0. Anscheinend will niemand die aufziehenden dunklen Wolken am Konjunkturhimmel sehen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In den letzten Tagen wurde massenmedial viel über die anhaltend starke Konjunktur in Deutschland geschrieben. Insbesondere die Lage am Arbeitsmarkt sei nach wie vor glänzend, ja exzellent. Das ist der Grundtenor, der in den diversen Gazetten immer noch dominiert. Höchst spannend ist, dass in den vergangenen Tagen aus drei verschiedenen Quellen schlechter als erwartet ausgefallene Nachrichten zur Lage an der Konjunkturfront kamen.

Schlechter Jahresstart für den deutschen Einzelhandel

Beginnen wir an der Stelle mit dem statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Die Statistiker vermeldeten ja schon für den Dezember 2017 relativ schwache Zahlen zur Umsatzentwicklung des deutschen Einzelhandels. Höchst brisant ist nun, dass auch im Januar der Umsatz der Händler im Vergleich zum Vormonat, dem schwachen Weihnachstmonat 2017, sich abschwächte. Damit hatte kaum einer gerechnet.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten einen relativ starken Anstieg von 0,9 Prozent erwartet. Fakt ist aber, dass im Januar preisbereinigt (real) die Umsätze rückläufig waren. Und zwar um 0,7 Prozent. Zugegeben, im Vergleich zum Januar 2017 legten die Umsätze zwar zu. Aber unter dem Strich konnten die hohen Erwartungen alles andere als erfüllt werden.

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Konsumklima trübt sich leicht ein

Aus Nürnberg kam die Nachricht von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dass die anhaltenden politischen Turbulenzen um die Bildung einer stabilen und tragfähigen Regierung in Berlin die Konsumenten möglicherweise etwas verunsichert hätten. Die Konsumforscher merken ferner an, dass die Verbraucher die Aussichten für die deutsche Wirtschaft als auch für ihre eigenen Einkommen nicht mehr ganz so gut einschätzten wie zuletzt. Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen, etwa Möbeln, ließ nach.

Ja, liebe Leser, und dann führt uns unsere Konjunkturreise von Wiesbaden über Nürnberg noch nach München. Und zwar zum Ifo-Institut, welches ja Monat für Monat den viel beachteten Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Und mit Blick auf den Februar ist zu sagen, dass sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen deutlich verschlechtert hat. Das Geschäftsklima fiel um 2,2 Punkte auf 115,4 Zähler.

Im Vorfeld der aktuellen Veröffentlichung hatten Analysten im Konsens mit einem wesentlich geringeren Rückgang auf 117 Punkte gerechnet. Die deutsche Wirtschaft trete auf die Euphoriebremse, so der Kommentar von Ifo-Präsident Prof. Clemens Fuest zur eingetrübten Stimmung. Es bleibt also abzuwarten, ob die konjunkturelle Lage sich nicht auch rapider als von den Experten erwartet verschlechtert.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.