Erwartungen für 2017: EZB-Debakel und der EU-Niedergang

Vielleicht hoffen auch Sie, dass 2017 vieles besser wird.

Denn das zu Ende gehende Jahr war zum Teil katastrophal: BrExit-Referendum, Trump-Schock, Terror-Anschläge, die Verschärfung des Syrien-Krieges – das alles hielt die Welt in Atem.

Konkreter Jahres-Ausblick

Weil viele unserer Leser nachgefragt haben, wie wir 2017 einschätzen, haben wir zumeist inoffiziell mit Experten-Kollegen und Informanten aus Politik, Wirtschaft und Sicherheits-Diensten gesprochen, um Ihnen einen konkreten Ausblick geben zu können.

Sie wissen inzwischen, was Sie 2017 hinsichtlich des Arbeitsmarktes, des Wirtschafts-Wachstums, des BrExit und einer Zins-Erhöhung in den USA zu erwarten haben, ebenso von den USA und den Handelsabkommen TTIP und CETA.

► Zins-Erhöhung EU 2017

Noch immer plant die Europäische Zentralbank (EZB) keine Zins-Erhöhung – offiziell jedenfalls nicht. Stattdessen öffnete sie vor Kurzem ihre Geldschleusen noch weiter.

Will heißen: Neue Anleihekäufe mit Milliarden-Volumen wurden für nächstes Jahr angekündigt.

Ohne diese Geldspritzen wäre die EU endlich zu Reformen genötigt, um durch eine effektive und kostengünstige Leistung der öffentlichen Stellen tatsächliche Senkungen der öffentlichen Ausgaben zu bewirken.

Denn die Bürger akzeptieren weder höhere Abgaben und Steuern.

► EZB ist größter Einzelgläubiger der EU

Sehen Sie:

Die Zentralbank wahrt schon lange die Unabhängigkeit nicht mehr, ist zu einem direkten Geldgeber von Staaten degradiert – konkret: zum größten Einzelgläubiger der EU-Staaten.

Ihre Forderungen betragen aktuell 1.627 Mrd. € (davon entfallen 1.220 Mrd. € auf Staatsanleihen).

Insgesamt haben die 19 Eurozonen-Länder 9.816 Mrd. € Schulden. Davon alleine Italien 2.200 Mrd. €, Spanien 1.100 und Griechenland 310 Mrd.

Stellen Sie sich das einmal vor! Dabei haben die Schuldner der EZB selbst keinen Spielraum.

► Wer rettet die EZB?

Das Beste kommt aber noch: Das Eigenkapital der Europäischen Zentralbank beträgt lediglich 7,7 Mrd. €.

Rechnen Sie selbst: Die Risiko-Außenstände entsprechen somit über dem 200-fachen –  und das, ohne, dass diese abgesichert sind.

Somit stellt sich die Frage, wer die EZB im Ernstfall rettet? –  Also, wenn das keine dramatische Situation ist, dann weiß ich auch nicht…

► EZB-Politik enteignet Privat-Vermögen und hilft Staaten

Man braucht Ihnen nicht extra zu sagen, dass durch die von der EZB erzwungenen Niedrig-, Null- oder sogar Minus-Zinsen europaweit das Vermögen der Bevölkerung vernichtet wird.

Davon profitieren freilich die Staaten – auch Deutschland, das auf seine 2.000 Mrd. € Staatsschulden etwas über 1% Zinsen zahlt.

Würden sich diese auf beispielsweise 3% erhöhen, würden die fälligen Zinsen statt 24 satte 60 Mrd. betragen – und damit ein jährliches Defizit von 36 Mrd. € schaffen.

Anders ausgedrückt: Wenn 2017 die Zinsen erhöht werden, dann würde das für viele Staaten eine Katastrophe bedeuten.

Und so wird im Endeffekt auch nächstes Jahr die Plünderung Ihrer Vermögen nicht nur fortgesetzt, sondern noch verstärkt werden…

22. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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