Erwartungen für 2017: Politik, Wirtschaft, Terror

Das Jahr 2016 war ein schwieriges, wenn nicht gar ein katastrophales Jahr.

Denken Sie beispielsweise nur an das BrExit-Referendum, den Trump-Schock, die Terror-Anschläge oder die Verschärfung des Syrien-Krieges.

Wird 2017 besser?

Viele unserer Leser haben gefragt, wie wohl das kommende Jahr einzuschätzen sei.

Deshalb haben wir zumeist inoffiziell mit Experten-Kollegen und Informanten aus Politik, Wirtschaft und Sicherheits-Diensten gesprochen, um Ihnen einen möglichst konkreten Ausblick auf das nächste Jahr geben zu können.

Sie wissen inzwischen, was Sie 2017 hinsichtlich des Arbeitsmarktes, des Wirtschafts-Wachstums und des BrExit zu erwarten haben.

Doch das ist noch längst nicht alles…:

► USA 2017

Gegen alle Prognosen und Hoffnungen der EU-Politiker hat nicht die hoch favorisierte Hillary Clinton von den Demokraten die Wahl zum 45. US-Präsidentschaftsamt gewonnen.

Sondern der Republikaner und Außenseiter Donald Trump.

Weil die Europäer so unvorsichtig waren, ihn im Vorwahlkampf z. T. arg zu beschimpfen, dürften die diplomatischen Beziehungen von Anfang an – salopp gesagt – schwierig werden.

Denn Trump ist nachtragend und vergisst nichts.

Man darf durchaus gespannt sein, wie die EU-Granden dieses Dilemma, in das sie sich selbst hineinmanövriert haben, lösen wollen.

► TTIP 2017

Aus den genannten Gründen könnte es auch zu Überraschungen beim längst gesetzten Transatlantischen Freihandels-Abkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) zwischen der USA und der EU kommen.

Im Wahlkampf hat sich Donald Trump nicht genau zu diesem Jahrhundert-Projekt geäußert.

Das lässt ein Verhandlungs-Ergebnis nach allen Seiten hin offen.

► CETA 2017

Vermutlich werden 2017 große Teile des Freihandels-Abkommens CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zwischen Kanada und der EU in Kraft treten.

Zuvor jedoch – voraussichtlich im Februar – gibt es eine Abstimmung im Europaparlament, die allerdings bereits als gesetzt gilt.

Dennoch braucht das Abkommen weitere Zustimmungen verschiedener nationaler und regionaler Parlamente. Dabei könnte es noch zu Verzögerungen oder gar Überraschungen kommen.

Denn große Teile der EU-Bevölkerung sind zu CETA genauso skeptisch bis ablehnend eingestellt, wie zu TTIP.

► Zins-Erhöhung USA 2017

Sie haben es bestimmt mitbekommen: Vor wenigen Tagen schraubte die US-Notenbank Fed den Leitzins um 0,25% nach oben. 3 weitere Zins-Erhöhungen sollen nächstes Jahr folgen.

So sieht die Fed den Leitzins Ende 2017 bei 1,4%, Ende 2018 bei 2,1% und Ende 2019 bei 2,9%.

Offiziell hat dieser Schwenk in der Geldpolitik nichts mit dem zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump zu tun, der einen solchen schon längst einforderte.

Aus der Fed heißt es dazu lediglich, dass die Zinserhöhung eine Reflektion der Tatsache sei, dass die Wirtschaft deutliche Fortschritte gemacht habe.

In Europa wird vermutlich eine Zins-Erhöhung nicht so schnell kommen – obwohl eine zu große Lücke zwischen europäischem und US-amerikanischem Zinsniveau eine weitere Belastung für den Euro ist.

21. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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