Es brodelt aller Orten: Nicht nur Europa sucht nach Auswegen

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Schuldensumpf in den USA immer tiefer: In Detroit läuft nun ein fragwürdiges Hilfsprogramm dagegen, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Griechenland, Spanien, Fiskalpakt – seit Monaten sind bei uns die gleichen Themen aktuell.

Ist Europa stabil? Ist der Euro noch zu retten? Politiker und Wirtschaftsfachleute suchen nach Mitteln, der Krise entgegenzusteuern.

Doch während wir uns nur mit uns selbst beschäftigen brodelt es auch anderenorts. In den USA greift die Regierung zu fragwürdigen Methoden.

Detroit ist nicht grade bekannt als ansprechendes Reiseziel. Es hat keine Sehenswürdigkeiten zu bieten, noch nicht einmal ist es Zeugnis großer amerikanischer Geschichte.

Trotzdem kennen wir die nordamerikanische Stadt alle. Die Autostadt im Norden stand wie keine andere für prosperierende Wirtschaft, für den „Automotive Dream“. Mittlerweile ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst, gebeutelt von der Rezession. 

Jetzt sollen alle Einwohner Kredite zu Niedrigzinsen erhalten, damit sie Autos kaufen können. Ein Regierungsprogramm sieht Geld für ärmere Familien vor, die sich davon Fahrzeuge aus zweiter Hand kaufen oder reparieren lassen sollen.

Ab Ende dieses Monats können sie sich bis zu 6.000 US-Dollar leihen für den Autokauf, und bis zu 1.500 Dollar für Wartungs- und Reparaturarbeiten. Das Programm Ways to Work richtet sich dabei gezielt an Menschen, die eine schlechte Kredithistorie haben.

Man wolle die Betroffenen unterstützen, damit sie sich in Zukunft wieder verlässlich fortbewegen können und damit auch dem Arbeitsmarkt flexibler zur Verfügung stehen.

Deshalb heißt das Programm wohl auch „Ways to Work“ – Wege zur Arbeit. Auch die Lebensqualität wäre als Autobesitzer besser, sagt der Präsident des Programms Jeff Faulkner.

Bedingung für die Vergabe ist, dass die Kreditnehmer eine Schulung über Finanzprodukte, Finanzplanung und Darlehen machen.

Daneben sollen die Darlehensnehmer durch das Programm lernen, sich mit den Gepflogenheiten im Banken- und Kapitalbereich vertraut zu machen. Also damit, dass man Kredite regelmäßig zurückzahlen muss.

Zielgruppe alleinerziehende Mütter

Die Kredite sind zu 8 Prozent verzinst und müssen innerhalb von 24 bis 30 Monaten zurückbezahlt werden. In erster Linie rechnet man als Kreditnehmer mit alleinerziehenden Müttern. Diese sollen dann durch die neugewonnen Freiheit besser an Jobs kommen und ihren Familien ein höheres Einkommen bescheren.

Woher diese Jobs kommen sollen, beantwortet das Programm allerdings nicht. Die Region um Detroit gehört zu den Krisenherden in den USA. Industrieller Abbau und wirtschaftliche Rezession sorgen seit Jahren dafür, dass die ehemals reiche Autostadt in der Bedeutungslosigkeit versinkt.

Kritiker sagen deshalb, dass jemand, der wirklich arbeiten will, schon vor Jahren aus Detroit weggezogen ist. Ich würde sagen, das ganze Programm ist ein Witz.

Kostspielige Augenwischerei

Es ist nicht mehr als ein Strohhalm, an dem sich die krisengeschüttelte US-Regierung klammert, damit dem Volk nicht direkt auffällt, was offensichtlich ist: Auch die USA steht mit einem Bein ganz tief im Schlamassel.

Wie sehr am Ende die USA nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch ihres Lateins ist, zeigt dieses Programm. Wie viele dieser obskuren Aktionen sich die US-Regierung auch noch ausdenken mag, sie werden nicht darüber hinwegtäuschen. Der große Zusammenbruch wird kommen.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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